Neumünster : Vollsperrung oder Behelfsbrücke?

Die Brücke ist in einem so schlechten Zustand, dass die Fahrbahn bereits im Winter auf eine Fahrbahn verengt wurde.
Die Brücke ist in einem so schlechten Zustand, dass die Fahrbahn bereits im Winter auf eine Fahrbahn verengt wurde.

Die Querung des Dosenbek zwischen Tasdorf und Tungendorf soll neu gebaut werden. Die Verkehrsführung ist noch strittig.

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01. September 2018, 12:35 Uhr

Daran, dass die Brücke im Tasdorfer Weg über den Dosenbek neu gebaut werden muss, zweifelte im Bau- und Vergabeausschuss während der jüngsten Sitzung niemand. Schließlich befindet sich das Bauwerk in einem ramponierten Zustand, der sich durch die andauernde Nutzung weiter verschlechtert. Aber wie soll die Verkehrsführung während der viermonatigen Bauzeit im Jahr 2020 geregelt werden? Die Bauverwaltung hätte am liebsten eine Vollsperrung, doch da gingen die Politiker nicht mit.

Für die Haushaltsplanung 2019/20 sind vorsorglich bereits 500 000 Euro für den Brückenneubau angemeldet worden. Hinzu kommen 125 000 Euro für die Planung. Doch die Bauabteilung im Rathaus würde gern Geld sparen. 140 000 Euro würde die Einrichtung einer Behelfsbrücke ungefähr kosten, erläuterte Stadtbaurat Thorsten Kubiak. Die Summe könnte man einsparen, wenn man die Straße voll sperren würde und stattdessen eine Umleitung von zirka zwei Kilometern einrichte.

„Ich möchte mich eigentlich keinem Anwohner-Bashing aussetzen“, sagte Franka Dannheiser (SPD) und verwies auf die Nutzung der Brücke durch Landwirte, denen man eine längere Umleitung nicht zumuten sollte.

Die Ausschussvorsitzende Helga Bühse (CDU) sah es ähnlich. Sie bezweifelte, dass eine Umleitung mit zwei Kilometern Länge auch für landwirtschaftliches Gerät möglich wäre. „Es wären aus meiner Sicht wohl eher zehn bis zwölf Kilometer“, sagte sie. „Das ist eine ganz schwierige Kiste.“ Deshalb einigten sich Ausschussmitglieder und Verwaltung darauf, die Planungen für den Brückenneubau voranzutreiben und in diese Planung beide Varianten aufzunehmen, damit später abgewogen werden kann, ob eine Vollsperrung oder eine Behelfsbrücke die bessere Lösung ist.

Bei der jüngsten Brückenprüfung erhielt die Brücke über den Dosenbek die Note „ungenügend“. Sie weist im Bereich der Widerlagerwände, die die Fahrbahn tragen, erhebliche Schäden auf. Aus Sicht von Experten ist die Standsicherheit dadurch nicht mehr gegeben. Um die Belastung bis zum Neubau zu verringern, ist sie seit Dezember einseitig gesperrt.

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