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Holsteiner Körung : Volles Haus beim Freispringen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

4000 Besuchern kamen gestern in die Holstenhalle, um den zweieinhalbjährigen Holsteiner-Nachwuchs zu begutachten.

shz.de von
erstellt am 01.Nov.2014 | 06:00 Uhr

Neumünster | Holsteiner, Hengste, Holstenhallen: Von den Liebhabern der norddeutschen Pferderasse werden diese Begriffe nicht ohne Grund oft in einem Atemzug genannt. Und mit rund 4000 Besuchern war die Halle beim gestrigen Freilaufen und Freispringen des zweieinhalbjährigen Nachwuchses dann auch wieder gut gefüllt.

Das fachkundige Publikum aus aller Welt, darunter Niederländer, Dänen, Spanier, Briten sowie auch Gäste aus den USA und Schweden, diskutierte die Leistungen der Holsteiner-Jugend auf den dicht besetzten Rängen lebhaft und mit Kennermine. Da wurde ein allzu zaghafter Anwärter auch schon einmal mit Kopfschütteln begleitet. Doch es gab für die mutigen Springer wie zum Beispiel für Conditus (von Casall) aus dem Besitz von Heinrich Ramsbrock aus Menslage ebenso spontanen Applaus. Besonders begeistert fiel der Beifall dabei für Lorentins Best (von Lorentin I ) aus der Zucht von Pia Grün aus Neu-Isenburg aus. Dieser zeigte sich nicht nur elegant, sondern geradezu als Naturtalent an den Prüfungshindernissen.

Von den beiden Neumünsteraner Anwärtern konnte nur Claudillo (von Cachas) von Harm Sievers aus Tasdorf die Kör-Kommission überzeugen. Der Hengst Clarissimo (von Clarimo) von Hans-Jürgen Pöhls wird damit bei der heutigen Körentscheidung nicht mehr zu den Anwärtern gehören.

Die 61 nun seit Donnerstag in der Prüfung stehenden zweieinhalbjährigen Hengste wurden aus 150 im August in Elmshorn vorgestellten Pferden ausgewählt. Heute ab 9 Uhr werden nun der Siegerhengst sowie die Riege der zur Zucht ausgewählten Hengste von der Kör-Kommission bekanntgegeben. Unter den Fachleuten wurden in den vergangenen Tagen immer mehrere Favoriten gehandelt – es bleibt also auch bei der 44. Auflage der Körung bis zum letzten Augenblick spannend.

Die Holsteiner sind als Springpferde international beliebt. Viele Profi-Reiter bedienen sich ihrer Vorzüge. Dennoch hörte man wie auch schon im vergangenen Jahr Kritik aus den Reihen des Fachpublikums. „Immer mehr Züchter geben auf, da die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben ist. Die Preise, die gezahlt werden sind einfach zu niedrig“, sagte unter anderem Hilmar Braun (47) aus Wiesbaden. Schließlich koste die Aufzucht eines Sportpferdes ab einem Alter von drei Jahren zirka 5000 Euro jährlich. Am Abend beim Schauprogramm jedoch nahm die Begeisterung für die schönen, sportlichen Holsteiner wieder überhand. Das zeigte der stürmische Applaus.

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