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Verwaltungsvorschlag : Volkshaus: Kuh scheint vom Eis

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stadt will einspringen und die Hälfte der Bundesförderung für das Mehrgenerationenhaus aus dem Haushalt gewähren

von
erstellt am 04.Apr.2014 | 07:00 Uhr

Nach der Kritik im Hauptausschuss in Sachen Anschlussfinanzierung des Mehrgenerationenhauses (MGH) in Tungendorf gibt es jetzt einen konkreten Vorschlag der Verwaltung. Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth stellte ihn am Mittwoch im Sozial- und Gesundheitsausschuss vor: Die Stadt springt bis 2019 ein und gewährt mit jährlich 15 000 Euro die Hälfte der am Jahresende auslaufenden Bundesförderung. Im Haushalt soll das durch den Wegfall einer anderen freiwilligen Leistung ausgeglichen werden.

„Wir erwarten, dass das Bundesprogramm fortgesetzt wird“, sagte Humpe-Waßmuth. Die Vereinbarung mit der Diakonie als Träger des MGH sieht vor, dass sich die Fördersumme der Stadt um genau diesen Betrag reduziert. Im Idealfall auf Null. Im schlimmsten Fall bleibt es jedoch bei 75 000 Euro, sagte CDU-Ratsfrau Sabine Krebs und bezeichnete die neue Vorlage als „deutliche Verbesserung und Präzisierung“. Damit scheint die Kuh vom Eis zu sein.

Dennoch enthielten sich die fünf Ausschussmitglieder von CDU und FDP. Ihre Fraktionen hatten sich am Montag auf eine Laufzeit bis 2016 festgelegt. Diese Variante sieht die neue vom Ausschuss empfohlene Vorlage nicht mehr vor. „Ich habe es noch nie erlebt, dass es bei einem Zuschuss über 15 000 Euro, der wahrscheinlich gar nicht nötig ist, eine so lange Diskussion gibt, zumal alle Parteien die Einrichtung schätzen“, sagte Humpe-Waßmuth. Die seit drei Jahren von der Verwaltung investierte Arbeit übersteige vermutlich den zur Diskussion stehenden Förderbetrag.


Jugendarbeitslosigkeit beschäftigte Ausschuss


Um Förderprogramme ging es auch im Bericht von Peter Baade. Der Teamleiter Jugend im Jobcenter erläuterte, wie er und seine Kollegen im Jobcenter Jugendliche in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt integrieren. „Die Zahlen waren unbefriedigend“, räumte Baade ein und bezifferte den deutliche Rückgang auf 13 Prozent.

Viele Ausbildungsbetriebe gaben den Vermittlern trotz anders lautender Zusagen einen Korb – ein bundesweiter Trend. Alldings haben sich die Haushaltsmittel für solche Eingliederungshilfen seit 2008 von rund zehn auf jetzt 5,1 Millionen Euro glatt halbiert. Baade: „Das ist für uns ein großer Spagat.“

Dass die Aktivierungshilfen, Sozialtrainings und Ausbildunsgfördermaßnahmen notwendig sind, steht für Peter Baade außer Zweifel. 78 Prozent der vom Jobcenter an der Friedrichstraße betreuten Jugendlichen unter 25 Jahren haben keine Berufsausbildung, vier Prozent sind ohne Schulabschluss. Ein hoher Anteil Jugendlicher habe wegen schulischer Schwächen und Defizite in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern und bei der Lesekompetenz keine Chance auf einen Ausbildungsplatz.

„78 Prozent ohne Berufsabschluss – wir müssen viel weiter gucken und noch früher ansetzen, vielleicht schon im Kita-Bereich“, zeigte sich SPD-Ratsherr Volker Andresen entsetzt.

 

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