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Hauptbahnhof Neumünster : Vogelkot neben Snackautomaten: Bahn will Taubenplage bekämpfen

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Taubenkot überall. Dagegen sollen noch in diesem Jahr mit die Bahnsteigdächer mit Netzen versehen werden. Der Fahrgastverband kritisiert das späte Handeln.

Neumünster | Der Anblick ist einfach nur ekelerregend. Stefan Barkleit steht auf dem Bahnsteig der Gleise 5 und 6 im Hauptbahnhof von Neumünster und schüttelt angewidert den Kopf. „So viel Kot und dann auch noch direkt neben dem Getränke- und Snackautomaten. Furchtbar!“, sagt der Landesvorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn und blickt nach oben. Direkt über ihm sitzen drei Tauben, eine vierte kommt gurrend angeflogen und lässt sich auf den Eisenträgern unter der Überdachung nieder. „Das Problem ist nicht neu. Es muss endlich gehandelt werden“, sagt Barkleit. Noch in diesem Jahr will die Bahn nun reagieren. „Zu spät“, findet Barkleit.

Besonders für Kinder bildeten die Hinterlassenschaften der Vögel eine Gefahr für die Gesundheit, sagt er: „Die fassen alles an, probieren aus.“ Dem stimmt Kurt Frank, Pendler und passionierter Bahnfahrer aus Neumünster, zu. „Das ist unhygienisch und eklig, wenn man zufällig vom Kot getroffen wird.“ Es reiche nicht aus, dass die Bahn ein paar Aufkleber im Bahnhofstunnel neben den Schließfächern befestigt, um das Füttern der Tauben zu untersagen. „Es müssen Netze her.“

Genau diese Maßnahme soll nun umgesetzt werden. „Die Plage ist uns seit November bekannt. Im letzten Jahr wurde die Brücke an der Rendsburger Straße direkt am Bahnhof mit Platten verkleidet. Seitdem verlagern sich die Tauben in den Bahnhof“, sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis auf Courier-Nachfrage. Er gibt zu: „Bahnsteigdächer und Tunnel sind extrem belastet.“ Anfang März habe es einen Ortstermin gegeben. „Unser Ziel ist es, die Dächer mit Netzen zu verkleiden. Die Kosten belaufen sich auf mindestens 85.000 Euro“, sagt Meyer-Lovis. Er rechnet damit, dass die Montagearbeiten etwa 26 Wochen dauern und die Gleise zeitweise für den Zugverkehr gesperrt werden.

Doch die Bahn hat sich offenbar weitere Gedanken gemacht: „Da auch am Bahnhof angrenzende Bereiche wie der Zob und der Einkaufsbereich betroffen sind oder nach der Vergrämung betroffen sein werden, sind Gespräche mit der Stadt zeitnah geplant“, sagt Egbert Meyer-Lovis.

Vogelexperte Jens Poweleit, zweiter Vorsitzender der Nabu-Gruppe Neumünster, hält die Netzmethode für sinnvoll und wirksam. Allerdings: „Tauben verbreiten nicht mehr Krankheiten als andere Wildvögel auch.“

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erstellt am 11.Mär.2015 | 05:00 Uhr

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