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Lizenzvergabe für Anzeigenblatt : Vielfach Neumünster: Streit um Stadtlogo

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Diskussion um das städtische Logo "Vielfach Neumünster": Die Stadtverwaltung prüft, ob bei der Lizenzvergabe für das Anzeigenblatt alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Neumünster | Schon vor sechs Wochen ging die Debatte los - am Tag der Präsentation von "Vielfach Neumünster" durch Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras und Wirtschaftsförderer Guido Schwartze. Da war nämlich die Hamburger Firma "Wiener Kontor Marketing & Verlag" (WKM) schon seit Monaten in die Vermarktung des "Vielfach Neumünster Journals" eingestiegen - mit Titel und Logo, das es offiziell noch gar nicht gab. Anfang August erschien die erste Ausgabe des Blatts, das bei vielen Lesern den Eindruck erweckt, man habe eine offizielle Publikation der Stadt in der Hand.
Längst hat sich auch der Aufsichtsrat der Wirtschaftsagentur (WA) mit dem Thema befasst, denn die WA ist die Hüterin des Logos und vergibt die Lizenzen. Im Internet und in anonymen Briefen kursieren heftige Vorwürfe gegen den Hamburger Verlag und WA-Geschäftsführer Guido Schwartze, dass bei der Lizenzvergabe nicht alles rechtmäßig gelaufen sei. Oberbürgermeister Tauras kennt die Vorwürfe, wollte sie aber nicht kommentieren. "Wir lassen das gerade durch unser Rechtsamt überprüfen und müssen das Ergebnis dieser Prüfung abwarten", sagte Tauras zum Holteinischen Courier. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Martin Deertz, war am Dienstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch die Wirtschaftsagentur hat nach Aussage von Guido Schwartze einen Rechtsanwalt mit der Prüfung beauftragt. Schwartze wollte das Thema nicht kommentieren.

Konzept stieß auf Zustimmung

Dafür redete die Geschäftsführerin des WKM-Verlags, Daniela N. Barth, offen über ihr Magazin. Sie wies gegenüber dem Holsteinischen Courier jegliche Unregelmäßigkeit zurück. "Wir machen bereits mehrere Magazine und haben uns mit einem fertigen Konzept für ein Rathausjournal Neumünster bei der Wirtschaftsagentur in Neumünster vorgestellt, um uns beraten zu lassen", sagte Daniela Barth. Dort sei das Konzept auf große Zustimmung gestoßen, aber man habe ihr empfohlen, doch die neue Dachmarke als Titel zu nutzen. "Das gefiel uns sehr gut, und dann sind wir mit dem Segen der Wirtschaftsagentur gestartet", sagte die Geschäftsführerin.
Einen Lizenzvertrag über die Nutzung des Logos hat der WKM-Verlag erst viel später mit der Wirtschaftsagentur geschlossen, nämlich nach Aussage von Daniela Barth am 16. Juli. "Das lag aber nur daran, dass bis dahin nicht klar war, wer auf Seiten der Stadt den Vertrag unterschreibt", so die Geschäftsführerin. Sie hält an dem Blatt fest, obwohl sie auch äußerst unangenehme Post aus Neumünster erhalten hat. "Wir haben mehrere anonyme Briefe bekommen und sind darin auch ganz real bedroht worden. Das hat uns Angst gemacht. Wir haben die Hamburger Kriminalpolizei eingeschaltet, die auch ermittelt. Das war nicht lustig."

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erstellt am 15.Aug.2013 | 08:10 Uhr

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