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Gute Resonanz : Viele wollen jungen Flüchtlingen helfen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In nur zwei Tagen meldeten sich 35 Anrufer bei der Stadt. Die meisten wollen Patenschaften oder Vormundschaften übernehmen.

Neumünster | Nach dem Hilferuf des Oberbürgermeisters, junge unbegleitete Flüchtlinge zu unterstützen, ist die Stadt zufrieden mit der Resonanz aus der Bevölkerung. Am Montag, dem ersten Tag nach der eindringlichen Bitte, meldeten sich bereits „20 sehr interessierte Bürger“, erklärte Stadtsprecher Stephan Beitz. Gestern kamen laut Eilean Layden, Flüchtlingsbeauftragte der Stadt, noch einmal 15 Anfragen dazu.

„Es waren alles fundierte Anfragen. Die Anrufer machten den Eindruck, es mit dem Hilfsangebot ernst zu meinen“, schilderte der Stadtsprecher die Einschätzung nach den ersten telefonischen Kontakten. „Die meisten wollen Patenschaften oder Vormundschaften übernehmen. Die Patenschaften waren noch etwas mehr nachgefragt“, so Stephan Beitz.

Nachdem immer mehr minderjährige Flüchtlinge in Neumünster betreut werden müssen, hatte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras die Bevölkerung Ende vergangener Woche um Hilfe gebeten und ein Paket aus mehreren Unterstützungsmöglichkeiten vorgestellt (der Courier berichtete). Gesucht werden zum Beispiel Freizeitangebote. Es geht darum, einmalig oder regelmäßig Jugendliche mit zu Ausflügen zu nehmen, mit ihnen ein Projekt anzugehen oder die deutsche Sprache zu üben. Ferner werden Paten gesucht. Hier sollten sich Interessenten über einen längeren Zeitraum einem Jugendlichen (zwischen 14 und 19 Jahren) widmen, Fragen zur deutschen oder europäischen Kultur beantworten, Deutsch mit ihm lernen und dauerhaft etwas unternehmen. Außerdem werden Vormundschaften gebraucht. Der Vormund übernimmt dabei die Elternpflichten bzw. die gesetzliche Vertretung und entscheidet in wichtigen Fragen. Die Aufnahme im eigenen Haushalt ist nicht verpflichtend aber möglich. Die Vormundschaft endet mit der Volljährigkeit oder wenn die leiblichen Eltern gefunden werden.

Flüchtlingsbeauftragte Eilean Layden wird für die 35 potenziellen Helfer jetzt den Kontakt zum Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD), der die jugendlichen Flüchtlinge betreut, herstellen. „Der ASD wird dann alles Weitere prüfen und veranlassen“, erklärte Stephan Beitz.

Grund für den Aufruf der Stadt ist die stetig wachsende Zahl junger Flüchtlinge, die noch nicht erwachsen sind. Der ASD nahm allein in den ersten beiden Septemberwochen 210 Asylbewerber unter 18 Jahren in Obhut. Insgesamt stieg die Zahl der Jugendlichen binnen drei Monaten um mehr als 100 auf nun 310 – und die Betreuungs- und Unterbringungsmöglichkeiten werden immer knapper.

>Das Telefon der Flüchtlingsbeauftragten bleibt für Interessierte bestehen: Montags bis freitags ist Eilean Layden zwischen 10 und 12 Uhr sowie donnerstags auch zwischen 16 und 18 Uhr unter Tel. 942-2299 oder per Mail unter eilean.layden@neumuenster.de zu erreichen.

 

 

 

 

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erstellt am 07.Okt.2015 | 12:00 Uhr

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