Streik in Neumünster : Viele Tonnen blieben stehen

Schuften, während die anderen streiken: Die TBZ-Mitarbeiter Florian Lauterbach (von links), Thomas Notdurft und Frank Gierke räumten gestern den Sperrmüll an der Feldstraße weg. Ihr Einsatz war mit den Kollegen abgestimmt: „Damit der Sperrmüll nicht erst auseinandergerissen wird.“
Schuften, während die anderen streiken: Die TBZ-Mitarbeiter Florian Lauterbach (von links), Thomas Notdurft und Frank Gierke räumten gestern den Sperrmüll an der Feldstraße weg. Ihr Einsatz war mit den Kollegen abgestimmt: „Damit der Sperrmüll nicht erst auseinandergerissen wird.“

Warnstreik: Müllabfuhr nur mit halber Kraft / Kitas mit Notdienst-Gruppen

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13. April 2018, 08:08 Uhr

Neumünster | Die morgendliche Diensteinteilung auf dem städtischen Betriebshof an der Niebüller Straße ist normalerweise Routinesache. An Streiktagen ist das anders: Nur 15 von 45 Müllwerkern waren gestern morgen zum Dienst erschienen, der Rest war zur Großdemo nach Kiel gefahren.

Immerhin: Zwei (statt wie üblich vier) Müllfahrzeuge konnte Stephan Mordhorst, beim Technischen Betriebszentrum (TBZ) für die Müllabfuhr zuständig, nach Gadeland ausrücken lassen. Entgegen den Ankündigungen wurden dadurch immerhin im südlichen Gadeland die meisten Straßenzüge abgefahren.

Elsbeth Moeck, Anliegerin Am Deepenbrook, war jedenfalls hocherfreut, als sie gestern kurz nach 8 Uhr doch noch den Müllwagen vor ihrer Haustür rumpeln hörte. „Ich bin schnell raus und hab die Tonne noch rechtzeitig rausgeschoben“, freut sie sich . Den gelben Sack musste sie dagegen wieder reinholen. Der Plastiksack blieb gestern im ganzen Stadtteil liegen – zum Ärger auch vieler Anlieger etwa am Haart, wo sich vor manchen Geschäftszeilen gleich ganze Batterien von gelben Säcken türmten – oder auch vereinzelt auf die Straße flogen.

Abfuhr-Planer Stephan Mordhorst und seine Kollegen mussten sich am Telefon im TBZ wieder allerhand anhören, von der Ankündigung, die Zahlung der Abfallgebühren einzustellen, bis hin zur Drohung, den Müllmännern „den Dreck persönlich vor die Tür zu kippen“.

„Aber was sollen wir machen?“, entschuldigte sich Mordhorst: „Wir haben den Streik nicht gemacht, und mit den wenigen Leuten können wir nun mal nicht überall gleichzeitig sein.“

Deshalb blieben gestern etwa auch die blauen Papiertonnen stehen. Mordhorst empfiehlt, alternativ die Depot-Container an den Wertstoffsammelplätzen zu nutzen. Gebührenzahler, deren Restmülltonne stehen blieb, können bei der nächsten Abholtermin einmalig einen Sack mit Restmüll – maximal im Volumen der Restmülltonne – neben ihre graue Tonne stellen.

Auch die städtischen Kitas en wurden gestern erneut bestreikt: Die Kita Faldera an der Schleswiger Straße blieb geschlossen, an allen anderen Kitas gab es Notdienste für die Kinder berufstätiger Eltern. Die Kita Hauke Haien beteiligte sich nicht am Warnstreik.

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