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Umfrage : Viele sind gegen Waffenlieferungen in den Irak

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die vom Bund geplante militärische Unterstützung der Kurden im Irak ist auch unter Neumünsteranern höchst umstritten.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Neumünster | Diese Frage spaltet die Nation: Soll Deutschland die Kurden im Nordirak mit deutscher Waffentechnik unterstützen, um damit einen möglichen Völkermord der Islamisten zu verhindern? Oder heizt das den blutigen Konflikt im Irak nur zusätzlich an?

Auch Neumünsters Bundestagsabgeordnete Dr. Philipp Murmann (CDU) und Dr. Birgit Malecha-Nissen (SPD) haben dazu – obwohl in einer Koalition sitzend – durchaus unterschiedliche Meinungen. Dr. Philipp Murmann, hält es für richtig, dass die Bundesregierung Waffen in den Irak liefern will. „Das ist ein Sonderfall, weil Terroristen dort die Oberhand gewinnen.“ Murmann verweist auf die Sitzung des Bundestages am kommenden Montag, zum Thema. Die Bundeskanzlerin werde noch eine Regierungserklärung abgeben. „Das ist ein völlig normaler Vorgang“, so Murmann.

Dr. Birgit Malecha-Nissen lehnt Waffenlieferungen in den Irak dagegen ab. „Wir wissen nicht, was hinterher mit den Waffen passiert“, warnt die SPD-Abgeordnete. Würde der Bundestag, nicht die Bundesregierung, entscheiden, würde sie mit Enthaltung stimmen, sagte sie gestern. Bei einer Straßenumfrage des Courier lehnte die Mehrheit die Waffenlieferungen ab:

Norbert Conrad (69) spricht sich gegen Waffenlieferungen aus. Seine Befürchtung ist, dass die Waffen in falsche Hände gelangen könnten. „Es besteht die Gefahr, dass die Waffen irgendwann gegen uns verwendet werden“, sagt er. Er befürwortet dagegen vermehrte humanitäre Hilfe. „Daran sollten sich auch andere Länder wie beispielsweise Saudi-Arabien beteiligen.“

Ingrid Steenblock (63) wünscht sich, dass komplett auf Waffen verzichtet wird. „Im Grunde möchte man von Herzen rufen: ‚Lasst die Waffen stehen und vertragt euch!‘. „Waffen sind nie eine Lösung, sie würden die Situation nur verschlimmern“, sagt sie.

Jonas Pechstein (21) ist zwiegespalten. „Als Deutscher hat man gar keinen richtigen Einblick, was im Irak los ist. Die Medien können viel erzählen. Kein Mensch weiß, was mit den Waffen am Ende wirklich passiert“, sagt er.

Constantin Steffen (17) ist nicht grundsätzlich gegen Waffenlieferungen, hat aber Bedenken. „Es ist möglich, dass die Waffen nicht so genutzt werden, wie sie vorgesehen sind“, meint er.

Maurice Polzin (19) spricht sich dafür aus, die kurdischen Kämpfer zu unterstützen – „aber nicht mit Waffen. Das würde den Konflikt nur noch weiter anheizen. Humanitäre Hilfe ist in dieser Situation weitaus besser“, findet er.

Brigitte Rohloff (58) ist gegen Waffenlieferungen. „Waffen bedeuten Tod. Sie können niemals unterstützend wirken. Anderseits nützt es auch nichts, den Milizen zu sagen ‚Denkt mal vernünftig!‘. Die sind nicht zu bekehren“, sagt sie.

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