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Seniorenbüro-Geburtstag : Viele Senioren sind fit am Computer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

20 Jahre Seniorenbüro: Beim Tag der offenen Tür informierten viele Gruppen über ihr Angebot / Ehrenamtliche werden gesucht

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 07:45 Uhr

Neumünster | „Die Höhle auf dem Bild kann man noch aufhellen, aus einem vermurksten Bild lässt sich noch was herrichten“: Volker Großmann tippte auf dem Laptop, und Christa Bunte (74) und Inge Fröhlich (76) staunten: „Ja, jetzt kann man richtig was sehen.“ Der Senioren-Computer-Club (SCC) war eine der Gruppen, die sich gestern auf dem Tag der offenen Tür anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Seniorenbüros vorstellten. Sie zeigten, wie vielfältig die Freizeitgestaltung im Alter sein kann und wo man sich ehrenamtlich engagieren kann. Der Besucherstrom riss nicht ab.

Über mangelndes Interesse kann sich Volker Großmann nicht beklagen: Rund 300 Senioren beschäftigen sich in über 30 Gruppen mit PC-Programmen, dem korrekten E-Mailen, dem Erstellen einer DVD und anderem – die älteste ist 85 Jahre alt. „Die meisten wollen das Elementare lernen, damit sie mit ihren Enkeln in Kontakt bleiben“, so Großmann. Er weiß: „Wer heutzutage nicht mit dem PC umgehen kann, ist abgehängt.“ Inge Fröhlich nicht: „Ich bestelle Fotoabzüge per Internet.“ Der SCC sucht dringend ehrenamtliche Trainer, so Großmann.

Angefangen hatte der Tag mit heiterem Gedächtnistraining, Musikraten und Wortspielen. „Eine Gruppe trifft sich regelmäßig; das hält mental fit, aber auch körperlich, weil neue Verknüpfungen der Synapsen im Hirn gefördert werden und das beispielsweise die Rechts-Links-Koordination verbessert“, sagt Seniorenbüro-Leiterin Romi Wietzke. Ähnlich positive Wirkung hat das Scrabble-Spiel: Die Gruppe unter Leitung von Edelgard Lessing lud zum kreativen Wortbauen ein.

Einen Film „20 Jahre Seniorenbüro“ zeigte die Videogruppe, die Dieter Koop leitet. „Wir filmen in Neumünster, beispielsweise den Vorlesewettbewerb oder auf der Holstenköste“, sagt der 74-Jährige. Extra für den Tag der offenen Tür hatte die Fotogruppe „Kreativ“ Fotos ausgestellt. Beeindruckende „Impressionen des Alters in Europa“ zeigte die Sozialpädagogin Kirsten Pahl (55) mit Senioren aus Griechenland, Frankreich und anderen Ländern. „Die Menschen haben mich fasziniert“, sagt sie und zeigt auf einen Franzosen, der genau so einen Bart wie Asterix hat – und dem Foto den Namen gibt. Hinter jedem Foto steckt eine Geschichte: „Thasos – Schlüssel zum Paradies“ zeigt einen Griechen, der den Schlüssel für eine Kirche im abgelegenen Hinterland in der Hand hat. Die Ausstellung wurde gestern spontan verlängert, sie ist noch bis Ende November zu sehen.

Ein kleinerer Geburtstag wurde mitgefeiert: Der Pflegestützpunkt besteht fünf Jahre. Kai Falck beriet zu dem Schwerpunkt Alltag mit Demenz. „Fotos auf den Schranktüren helfen den Betroffenen, sich zu erinnern, ebenso große Zettel mit Terminen an der Pinnwand oder biografische Fotos. Für den Herd können Überwachungssysteme installiert werden“, erläuterte der Pflegeberater. Da Demenzpatienten das Trinken und Essen „vergessen“, könnten große Schilder zum Trinken auffordern; Gemüseschnitzel und Mini-Würstchen in Schalen mundgerecht angeboten werden. „Betroffene können nicht mehr gut mit Gabel und Messer umgehen“, so Falck.

 

 

 

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