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Kochbuch-Projekt : Viele Köche in „Humboldts Kombüse“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schüler forschten dem Namensgeber ihrer Schule kulinarisch hinterher / Das Kochbuch war ein herausforderndes Projekt

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Blinis aus Russland, Apfelstrudel aus Deutschland, Cookies aus den USA, mexikanische Wraps und kubanische Quesadillas: 40 Alexander-von-Humboldt-Schüler sind auf eine kulinarische Weltreise gegangen. „Wir haben uns auf die Spuren des Namensgebers unserer Schule begeben und überlegt, was er so auf seinen Forschungsreisen gegessen hat“, sagt Sarah Manske vom Projektkursus Kochen. Entstanden ist das Kochbuch „Humboldts Kombüse“. Für die 19-Jährige steht fest: „Ein schönes Projekt war das. Wir haben was fürs Leben gelernt.“

Denn ganz so einfach war das alles nicht. Die Schüler betraten Neuland, ganz so wie einst von Humboldt auf seinen Expeditionen. Am Anfang war es eine vage Idee – „aber wir haben keine Küche und hatten auch keine Erfahrung, wie man ein Buch macht“, sagt die Lehrerin Andrea Strichau-Plüg, die sich schon etwas die Haare raufte, als sich statt 20 immerhin 40 kochwütige Schüler anmeldeten. Was dann über Wochen und Monate passierte, war gelegentlich abenteuerlich und erforderte viel Improvisations- und Organisationstalent: Gerichte wurden ausgewählt, zu Hause gekocht und mit Thermoboxen in die Schule geschleppt, wo alle Projektteilnehmer jedes Gericht verköstigten, Verbesserungsvorschläge machten und die Kochgruppen erneut tätig wurden. „Wie Alexander von Humboldt haben wir manchmal heftige Unwetter erlebt und hatten auch mal Anst zu kentern, doch wir sind angelangt und können es kaum erwarten, in die Welt zu gehen und auch mal einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Doch nun ist es Zeit, auf den Teller zu schauen“, schreibt die Gruppe in ihrem Vorwort. Wichtig war: Die Gerichte sollten einfach und für den Hausgebrauch sein.

Um ein richtig schickes Buch hinzukriegen, wurden neben der Kochgruppe eine Layout-, eine Konzept- und eine Organisationsgruppe gegründet. Letztere kümmerte sich um den Vertrieb, die Finanzierung und die Werbung. Eine Tante, die Grafikdesignerin ist, half bei der Gestaltung, die Schüler gingen auf Spendenfang, die Gerichte wurden fotografiert. Zu jedem Land gibt es eine Länder-Info und einen Reisebericht mit persönlich formulierten Impressionen; am Buchende präsentieren sich die Kochgruppen der einzelnen Ländern und die weiteren Gruppen. „Ein großes Experiment, aber sie haben das toll hingekriegt“, sagt Andrea Strichau-Plüg.

Den Schülern bleibt das Projekt nachhaltig im Gedächtnis. „Wir haben trotz vieler Höhen und Tiefen das Ziel nicht aus den Augen verloren“, sagt Thorben Siebert (19). „Das war eine Erfahrung, ein eigenes Buch zu konzipieren“, meint Tassilo Bahr (19). Die zwei haben sich den Taco-Salat und gefüllte Zucchini mit Hack und Reis als Lieblingsgericht auserkoren. Jan Rettig (17) war in der USA-Spanien-Kochgruppe. „Meine Eltern arbeiten als Gastronomen, ich wachse damit auf. Das aber selbst zu kochen, war eine sehr schöne Erfahrung“, sagt er.

„Humboldts Kombüse“ liegt in der Ahlmann’schen Buchhandlung in Bordesholm aus (Holstenstraße 69, Tel. 04322/4311), es kostet 12,50 Euro.

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