zur Navigation springen

Plöner Strasse : Viele Bewerber für neuen Supermarkt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Investor stellte im Stadtteilbeirat Brachenfeld-Ruthenberg die Pläne für einen 2200 Quadratmeter großen Frische-Markt vor.

Neumünster | 1800 Quadratmeter Verkaufsfläche mit Bedientheken, 108 große Stellplätze, zwei Zufahrten für Autos und eine Anlieferungsrampe neben dem Parkplatz der Gesamtschule Brachenfeld: Diese erste Idee für einen Neubau eines Supermarktes auf der Brachfläche Ecke Plöner Straße / Hanssenstraße stellte Andreas Krause, Bevollmächtigter der Zündorf Projektentwicklungs GmbH aus Hamburg, am Dienstagabend im Stadtteilbeirat Brachenfeld-Ruthenberg vor. Das Vorhaben stieß auf reges Interesse: Gut 40 Besucher äußerten sich überwiegend kritisch zu dem Entwurf.

Mehrere Zuhörer, darunter auch Jan Meifert, Geschäftsführer von Edeka Meyers an der Goethestraße, bezweifelten, dass sich ein solcher Markt rentiert. Famila an der Hauptstraße und am Haart, Edeka und Aldi an der Goethestraße sowie Netto, ebenfalls am Haart, seien zu dicht dran. „Wenn, dann geht das zu Lasten der bestehenden Supermärkte. Wir müssten vermutlich Personal entlassen“, betonte Meifert. Dem hielt Krause entgegen: „Es gibt mehrere große Lebensmittelketten wie Rewe, Markant oder Edeka, die Interesse an diesem Standort haben. Unsere Analysen sehen in dem Gebiet einen Bedarf.“

Anwohner der Hanssenstraße befürchteten eine deutliche Zunahme des Verkehrs und gefährliche Situationen mit Schülern der GS Brachenfeld. „Schon jetzt ist unsere Straße stark belastet. Wir kommen kaum von unseren Grundstücken“, klagte eine Anwohnerin. Weiterer Streitpunkt: Für die Ein- und Ausfahrt Plöner Straße müsste die Bushaltestelle verlegt werden. Der Vorschlag von Krause, das Wartehäuschen 100 Meter weiter in Höhe der Fußgängerampel vor der Schule zu platzieren, fand wenig Begeisterung.

Einen kleinen Disput lieferten sich Beiratsmitglied Gerd Kühl (CDU) und der Vorsitzende Uwe Holtz (SPD). Kühl bezeichnete das Vorgehen von Krause, das Projekt zunächst im Stadtteilbeirat und nicht erst bei der Stadt vorzustellen (der Courier berichtete) als „sehr merkwürdig“. Holtz konterte, der Stadtteilbeirat hätte ohnehin frühzeitig eingebunden werden müssen. Andreas Krause betonte, nach derzeitigem Baurecht könne dort kein so genannter Frische-Markt entstehen. Er hoffe aber, dass die Kommunalpolitiker die Pläne in ihre Fraktionen tragen, dort besprechen und die Voraussetzungen – auch mit Blick auf das Einzelhandelskonzept der Stadt – ändern. Die Zündorf GmbH hat das Grundstück seinen Angaben zufolge bereits gekauft und will einen möglichen Supermarkt langfristig betreuen. Klappt das nicht, gibt es im Vertrag aber eine Ausstiegsmöglichkeit.

Kontrovers von den Bürgern diskutiert wurde auch die von Ingenieur Gerd Soll und Dorit Paustian von der unteren Naturschutzbehörde vorgestellten wasserbaulichen Maßnahmen in der Schwale und im Dosenbek. Im Herbst werden im und am Brachenfelder Gehölz die Bagger tätig. Sie sollen vier sogenannte Absturzelemente entfernen und durch Sohlgleiten ersetzen, um die Durchlässigkeit für Fische und kleine Lebewesen zu gewährleisten. Zudem werden Bäume gepflanzt und Sandfänge errichtet. Ziel ist es, die Versandung des Teiches in der Innenstadt zu verzögern. Die neuen Sandfänge müssen allerdings voraussichtlich einmal jährlich ausgebaggert werden. Die Kosten hierfür trägt dann die Stadt.

Neu im Ausschuss verpflichtet wurde Sönke Thies (42, CDU), der für Britta Einfeldt (CDU) nachrückt.          

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 26.Mär.2015 | 05:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen