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Holsteinischer Courier

20. November 2017 | 13:05 Uhr

Rendswühren : Viel zu nass für die Maisernte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Bauern warten händeringend auf trockenes Wetter. Die Felder sind teilweise nicht befahrbar.

Rendswühren | Die Böden auf den Äckern rund um Neumünster sind klitschnass. Mancher Ackerboden kann schlicht kein Wasser mehr aufnehmen und versickern lassen. Da wo der immer wieder einsetzende Regen kleine Seen und Tümpel in den Senken auf Feldern und Wiesen entstehen lässt, sind die Böden restlos unbefahrbar. Dadurch ziehen sich die Herbstbestellung der Felder und besonders die Maisernte in die Länge.

„Dadurch werden auch die Termine der Lohnunternehmer enger“, sagt Landwirt Heiner Staggen aus Schipphorst. Als Kreisvorsitzender des Plöner Bauernverbandes weiß Staggen um die Sorgen und Nöte seiner Berufskollegen. „Wir müssen wohl selbst etwa drei Hektar Mais stehenlassen und später im Jahr als Körnermais dreschen“, sagte Staggen gestern. „So mancher Maishäcksler oder Anhängerzug muss in diesen Tagen festgefahren mit viel Aufwand wieder aus dem Modder gezogen werden“, berichtete Staggen. Wenige Hundert Meter vom Hof entfernt ziehen sich tiefe Schlammfurchen durch seinen Acker. „Der Mais ein Feld weiter wartet auf die Ernte und wird jetzt nicht mehr besser“, meinte Staggen. Manche Fläche wird wohl erst im Frühjahr mit Sommergetreide oder Mais bestellt werden.

Bei einigen Milchviehwirten sind die „Speisekammern“ für ihre Tiere mittlerweile leergefuttert. So auch bei Sönke Mester. Der Bauer aus Timmaspe hat deshalb zwischenzeitlich schon den von den beiden Stürmen „Sebastian“ und „Xavier“ abgeknickten Lagermais eingebracht, der ohnehin nicht mehr gewachsen wäre. „Ich bin froh, dass es jetzt vorangeht“, so Mester. „Wir sind mit der Ernte etwas in Zeitverzug, weshalb unsere Früchte schon überreif sind. Und wir kriegen immer noch nicht alles vom Feld, aber wir sind dran.“ 2017 sei kein schönes Maisjahr, resümiert der Bauer. Aber er konnte einen Großteil der Silage mit der schützenden Folie abdecken, so dass er in etwa sechs Wochen beginnen kann, sie zu verfüttern.

Bei Groß Kummerfeld ging das Maishäckseln gestern trotz des Regens weiter. Jede Stunde wird genutzt. „Die Lohnunternehmen fahren im Schichtbetrieb, um wenigstens auf den sandigeren Böden und in trockeneren Lagen Zeit aufholen zu können“, erklärte Staggen. Dieses Jahr müssten Autofahrer auf den Landstraßen voraussichtlich bis in den November hinein mit dem Ernteverkehr rechnen. „Hinzu kommt als Risiko der Regen, der für schmierige Fahrbahnen sorgt“, sagt Staggen. Er bittet die Verkehrsteilnehmer um Verständnis und eine vorsichtige Fahrweise in Erntebereichen.

Die durchschnittliche Regenmenge eines Jahres ist schon jetzt erreicht. „Sauwohl fühlen sich auf den Maisäckern zurzeit lediglich die Wildschweine“, meinte Staggen abschließend. Die hätten weiter zugenommen und machen nicht nur den Bauern, sondern auch den Jägern Kopfschmerzen. Auf vielen Feldern wurden deswegen bereits im September Schneisen für die Erntejagden geschnitten. Das sorge erfolgreich für mehr Sicherheit bei der Jagd erklärte Staggen. Dort, wo die Häcksler im Einsatz sind, müsse auch mit Wild auf der Straße gerechnet werden.  


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