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Gemeinden sollen aktiv werden : Viel Wind um die Windkraftplanung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Bokhorst-Wankendorfer Amtsausschuss diskutierte die Landesplanung. Die Grundschule in Wankendorf bekommt Tablet-Computer.

Rendswühren | Wie geht es weiter nach dem Urteil, das die Regionalpläne für den Bau von Windkraftanlagen im Land umgeworfen hat? Das war die Frage im Bokhorst-Wankendorfer Amtsausschuss.

Um Entscheidungssicherheit für die Amtsgemeinden und eine mögliche Planung über die Gemeindegrenzen hinaus zu ermöglichen, hatte die Amtsvertretung die Erstellung eines Windenergiekonzeptes für das Amtsgebiet in Auftrag gegeben. Die aktuellen Ergebnisse stützen sich auf den Planungserlass des Landes, der am 23. Juni vom Kabinett als Grundlage für die neuen Regionalpläne verabschiedet wurde. Darin sind inzwischen so genannte harte und weiche sowie Abwägungskriterien festgelegt, nach denen mögliche Eignungsgebiete beurteilt werden, erklärte die Eutiner Stadtplanerin und Wirtschaftsjuristin Gabriele Teske. Allerdings dürften sich Gemeinden keineswegs auf die Landesvorgaben allein verlassen, wollen sie die Planungshoheit behalten. Reine Absichtserklärungen zur Windkraftplanung reichten nicht, erklärte Teske.

Wie Kreisplaner Eckart Schäfer bestätigte, müssen die Gemeinden, in denen Flächen für den Bau von Windkraftanlagen infrage kommen, aktiv werden. „Das Thema hat ein unglaubliches Konfliktpotenzial. Wer sich allein auf die Landespläne verlässt, muss damit rechnen, auch mit dem Land unterzugehen“, meinte Schäfer. Gefragt sei eine Fortschreibung der Flächennutzungspläne der betroffenen Gemeinden, aus denen ein eigenes Konzept hervorgeht. Dabei müssten die neuen Regionalpläne inhaltlich berücksichtigt werden.

„Mich macht das stutzig“, kommentierte Amtsvorsteher Jörg Engelmann die neuen Plangebiete. So weisen die aktuellen Pläne etwa Flächen am Belauer See aus, in denen Seeadler und Landschaftsschutz gleichermaßen betroffen wären. Auf eines dürfen sich die Gemeinden verlassen, so Beraterin Gabriele Teske: Das Thema Windkraft sei ein interessantes Spiel für Juristen geworden, sagte die Planerin. Sie riet daher, die Windkraftplanung in die eigenen Hände zu nehmen. Jetzt soll das Thema zunächst in den einzelnen Amtsgemeinden weiter beraten und geprüft werden.

Neben der Windkraftentwicklung stellte Andreas Stoelk von der Schleswig-Holstein Netz-AG die Bauvorhaben im Amtsgebiet für 2016 vor. Unter anderem sollen in Großharrie, Busdorf, westlich von Schillsdorf, in Belau-Ruhwinkel, Wankendorf und Perdöhl Gasleitungen verlegt und Freileitungen zurückgebaut werden. Eine Herausforderung dürften Arbeiten an der Lindenallee in Schönböken werden, meinte Stoelk. Dort könnten die Baumwurzeln für Überraschungen sorgen. Außerdem wurde die Anschaffung eines neuen Amtsfahrzeuges im kommenden Jahr befürwortet. Die Grundschule in Wankendorf soll mit 16 Tablet-Computern für den Unterricht ausgestattet werden. Die Amtsumlage von derzeit 13,5 Prozent soll unverändert bleiben.

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