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Busverkehr : Viel Sympathie für das Seniorenticket

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Seniorenbeirat sammelte Vorschläge für einen besseren Busverkehr. Beim Sondertarif für Ältere ist das Land gefordert

Neumünster | Lässt sich der Busverkehr in der Stadt verbessern? – Der Seniorenbeirat der Stadt ist davon überzeugt und überreichte den Stadtplanern jetzt eine dicke Liste mit Vorschlägen, die aus seiner Sicht für eine höhere Auslastung des innerstädtischen Linienverkehrs sorgen könnten. Das Paket war in der vergangenen Woche bei einem offenen Workshop des Beirats im Kiek In geschnürt worden. In mehreren Arbeitsgruppen hatten die überwiegend älteren Teilnehmer zusammengetragen, wie der Busverkehr in der Stadt (nicht nur) für ältere und behinderte Menschen attraktiver werden könnte.

Aktueller Anlass für die Überlegungen: Noch in diesem Jahr will die Stadt den gut fünf Jahre alten Nahverkehrsplan für Neumünster überarbeiten. Der Plan legt grob fest, wann, wo in welchen Abständen und zu welchen Anlaufpunkten der Linienbusverkehr durch die Stadt rollen soll. Der Plan dient dann als verbindliche Richtschnur, nach der die Stadtwerke den Busverkehr organisieren. Die Stadt ist verpflichtet, den Nahverkehrsplan in regelmäßigen Abständen zu überarbeiten.

Das neue Konzept soll noch in diesem Jahr vom Rat verabschiedet werden und wird vorab voraussichtlich im Laufe des Sommers in den Stadtteilbeiräten auf dem Prüfstand stehen.

„Wir wollten rechtzeitig unsere Wünsche und Vorstellungen mit einfließen lassen, um später nicht vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden“, begründete Heinz Fieroh, Vorsitzender des Seniorenbeirats, die gemeinsam mit dem Behindertenbeauftragten Hartmut Florian angestoßene Ideensammlung. Gerade die Senioren hätten ein starkes Interesse daran, den Linienbusverkehr in der Stadt zu mehr Akzeptanz zu verhelfen, sagte Fieroh.

Das tut dringend not: Allein im vergangenen Jahr fuhr der Linienbusverkehr in der Stadt ein Defizit von 3,8 Millionen Euro ein. Nach Auskunft der Stadt belastet jeder Buskilometer die Stadtkasse mit knapp vier Euro.

Dennoch pocht der Seniorenbeirat darauf, neu entstandene Lücken im Liniennetz zu schließen: Nachholbedarf sieht er etwa in Tungendorf, wo neue Wohnbaugebiete weitab der nächsten Bushaltestelle entstanden, etwa am ehemaligen Hof Tuchtenhagen. Auch der südlichste Zipfel der Stadt, die Karl-Gattermann-Straße, ist im Linienplan der Stadt bislang ein weißer Fleck. Busfahrer müssen bis zu 850 Meter bis zur nächsten Haltestelle laufen. Eigentlich sollten es von keiner Wohnung der Stadt mehr als 300 Meter bis zur nächsten Haltestelle sein.

Unterstützung vom Seniorenbeirat gibt es auch für die Anlieger der Gartenstadt. Sie wünschen sich seit der Schließung des letzen Lebensmittelgeschäftes im Quartier eine Direktverbindung zum nächsten Einkaufszentrum am Stoverweg. Wer nicht mehr Rad oder Auto fahren kann oder mag, muss mit dem Bus einen Umweg über die Innenstadt in Kauf nehmen und am Bahnhof umsteigen, um ins – eigentlich benachbarte – Einkaufszentrum zu gelangen.

Neu ins Spiel bringt der Sniorenbeirat auch die Idee einer Ringlinie , einem Bus der (beispielsweise) auf dem Ring verkehrt, ohne den Bahnhof anzusteuern: Der Vorteil aus Sicht des Workshops: Busbenutzer könnten problemlos von einem in den anderen Stadtteil pendeln – ohne Umwege und Umsteigen am Bahnhof. „Das spart Zeit, unnütze Buskilometer und entlastet den Innenstadtverkehr“, wirbt Heinz Fieroh für diese Idee.

Auch beim Service könnte der Busverkehr noch gewinnen, glaubt man im Seniorenbeirat: Fieroh nennt bessere Beleuchtungen der Haltestellen oder Fahrpläne, die auch von Älteren oder aus dem Rollstuhl heraus gelesen werden können, als Beispiele.

Auf viel Sympathie stieß im Workshop die Idee eines „Seniorentickets“, eine Rabattkarte, mit der ältere Leute außerhalb der Hauptverkehrszeiten – etwa zwischen 9 und 16 Uhr – zu Einkaufs- oder Besuchstouren starten könnten. Das sei allerdings ein Wunsch, der „eher vom Land erfüllt werden könnte“, räumt Fieroh ein.

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erstellt am 09.Mär.2015 | 11:00 Uhr

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