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Holsteinischer Courier

19. November 2017 | 15:29 Uhr

Viel Schwung in Glitzerkostümen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ausverkaufte Premiere des Musicals Cabaret in der Gemeinschaftsschule Brachenfeld war richtig gut inszeniert

von
erstellt am 18.Mai.2017 | 11:00 Uhr

In der Gemeinschaftsschule Brachenfeld wurde am Mittwochabend gesungen, getanzt und geschauspielert: Bei der ausverkauften Premiere des Musicals Cabaret stellten die Schüler und alle Mitwirkenden ihr großes Können unter Beweis und begeisterten die rund 250 Zuschauer.

Etwa 50 Schüler der Klassen 9 bis 13 wirkten an der Produktion durch das Junge Musicaltheater mit. Zwei Lehrer, Tilmann Weiherich und Christian Schröder, leiten das Projekt gemeinsam und studieren alljährlich ein Musical ein. „Letztes Jahr war es Fame, dieses Mal dürfen wir Cabaret aufführen, ein weltberühmtes Stück. Wir sind sehr froh, dass wir die Rechte dafür bekommen haben“, sagte Weiherich.

Sein Kollege Christian Schröder ergänzte: „Es ist ein ernsteres Thema und leider auch ein aktuelles: die Ausgrenzung von Leuten, die anders sind.“ Die Geschichte von Cabaret beginnt 1929 in Berlin, wo viele Menschen im Kit-Kat- Club, einem Nachtklub, zusammengeführt werden: Die Sängerin Sally Bowles (gespielt von Joana Gräb), der amerikanische Journalist Cliff Bradshaw (Sebastian Naudiet), die Vermieterin Fräulein Schneider (Katja Winter), der NS-Funktionär Ernst Ludwig (Ole Pannenberg), die junge Mieterin Fräulein Kost (Carla Kaack) und der jüdische Händler Herr Schulz (Jason Zeichner).

Mit dem Nationalsozialismus legt sich der fröhliche Trubel im Kit-Kat- Club, und nach und nach sind auch dort die politische Meinung und die Herkunft gefragt. Die Verlobung zwischen Fräulein Schneider und Herrn Schulz wird aufgelöst, Cliff Bradshaw flieht zurück nach Amerika und auch die Sängerin Sally Bowles kann nicht länger die Augen verschließen, obwohl sie doch meinte: „Der Kit-Kat-Club ist der unpolitischste in Berlin!“ Doch der Amerikaner Cliff macht ihr vor seiner Flucht deutlich: „Wenn du nicht dagegen bist, bist du dafür.“

Der Conférencier, gespielt von Yannik Schütt, führte durch den Abend im Cabaret und fiel mit einer schwarzen Lederhose, einem toll geschminkten Gesicht und vielen schwungvollen Tanzeinlagen auf. Auch alle anderen Schauspieler, meist in knappen, glitzernden Kostümen, passend zum Etablissement, setzten sich selbstbewusst und mit tollen Stimmen in Szene, sodass sich der Zuschauer fühlte wie in Berlin 1929.

Das Orchester lieferte einen tollen Klang. Ebenfalls beeindruckend war das Bühnenbild, das auf der linken Seite eine Bar, in der Mitte eine große Bühne und auf der rechten Seite ein Pensionszimmer zeigte.

Leiter Tilmann Weiherich bedankte sich bei Elisabeth Richter und Folke Walrodt, einem ehemaligen Schüler der GS Brachenfeld. „Ohne diese professionelle Hilfe hätten wir das so nicht hinbekommen. Gerade auch die tollen Lichtkonzepte und die Kostüme machen viel aus“, sagte Weiherich.

Der ehemalige IGS-Lehrer Asmus Thomsen (80) ließ sich die Premiere des Musicals nicht entgehen und saß mit seiner Frau im Publikum. „Das war hinreißend. Ich bin beeindruckt, was hier auf die Beine gestellt wurde“, sagte er über die Aufführung. Er und die anderen Gäste spendeten den jungen Künstlern am Ende viel, viel Beifall.

Weitere Aufführungen sind am 23. und 31. Mai und am 1., 7., 8. und 9. Juni (19 Uhr) in der Schule.

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