Gemeindevertretung : Viel mehr Fläche für Windräder in Timmaspe

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In Timmaspe sind statt 30 jetzt 180,5 Hektar vorgesehen. Die Gemeinde will das prüfen lassen.

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30. September 2020, 18:22 Uhr

Die überarbeiteten Regionalpläne des Landes zum Thema Windenergie liegen momentan öffentlich aus. Noch bis Oktober können die betroffenen Gemeinden dazu Stellung nehmen. In den Plänen wird rund um Timmaspe und Gnutz eine Fläche von 180,5 Hektar für die Gewinnung von Windenergie ausgewiesen.

„Wir sind im Binnenland die windschwächste Region und haben die mit Abstand größte Fläche – das wundert uns schon“, sagte Bürgermeisterin Meike Derner auf der vergangenen Gemeindevertretersitzung.

Bisher waren in der Region rund 30 Hektar Fläche für die Gewinnung von Windenergie vorgesehen. Ein Großteil des nun vorgesehenen Areals war bisher aus der Planung rausgefallen, da der Schwarzstorch hier lebte. Dessen Horst ist nun aber seit drei Jahren nicht bewohnt und findet daher bei den Planungen keine Berücksichtigung mehr.

„Es gibt Seeadler in Langenhorst, die wir bei der aktuellen Planung nicht ausreichend berücksichtigt finden“, erklärte Meike Derner. „Außerdem wird ausdrücklich erklärt, dass der Rotmilan, der bei uns ansässig ist, keine Beeinträchtigung der Größe der Fläche zur Folge hat. Andernorts allerdings schon. Wir wollen die Lage einfach grundlegend rechtlich prüfen lassen, das sind wir unseren Einwohnern schuldig“, sagte die Bürgermeisterin Meike Derner weiter.

Smart City: Die Gemeindevertreter sprachen sich einstimmig dafür aus, gemeinsam mit Gnutz eine Stellungnahme zu den Plänen abzugeben.

Im Rahmen des Ausschreibungswettbewerbs „Digitale Kommunen in Schleswig-Holstein“ gehört Timmaspe mit acht anderen Gemeinden aus dem Bereich Nortorf und Nortorfer Land zu den Gewinnern und wird nun zur „Smart City“ werden. Bürgermeisterin Meike Derner berichtete, dass die Fördergelder in Höhe von 100.000 Euro dafür eingesetzt werden, gemeinsam mit Experten große Konzepte zur Digitalisierung der Gemeinde zu entwickeln. Zwischen den neun Gemeinden besteht eine Gemeinschaft. Alles, was in den einzelnen Orten entwickelt wird, soll später allen Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. Timmaspe wird älteren Mitbürgern im Zuge der späteren Umsetzung der Digitalisierungsmaßnahmen Informationsveranstaltungen zum Thema anbieten.

Homepage: Die Gemeinde wird außerdem auch eine eigene Internetseite entwickeln lassen, die mit der jetzigen, die vom Amt Nortorfer Land angeboten wird, verbunden sein soll.

Hauptstraße: Eine Neufassung des Aufstellungsbeschlusses des B-Plans Nr. 8 „Hauptstraße“ wurde einstimmig beschlossen. Für das Gebiet „nördlich der Hauptstraße und Am Teich, östlich der Straße ‚Zum Dickmoor‘, südlich der Bahnstrecke Hamburg-Flensburg“ ändert sich nun der Geltungsbereich.

Bislang waren auch Grundstücke, die direkt an die vorhandene Bebauung angrenzen und sich für eine Hinterlandbebauung eignen, in den Geltungsbereich des B-Plans Nr. 8 einbezogen. Diese Flächen werden momentan jedoch von den meisten Eigentümern nicht zur Verfügung gestellt. Die Gemeinde hat sich nun dafür entschieden, den Teil mit diesen 13 Grundstücken aus dem Geltungsbereich des B-Plans Nr. 8 vorerst herauszunehmen. Da sich die Situation jedoch im Laufe der Zeit ändern könnte, wird an dem gesamträumlichen Entwicklungskonzept „Hauptstraße“ festgehalten. Individuelle Einzelbebauung wird daher auf dieser Fläche nicht möglich sein, damit eine spätere Umsetzung des Gesamtkonzepts dadurch nicht ausgeschlossen wird.

Feuerwehrfahrzeug: Das neue Feuerwehrfahrzeug für rund 228.000 Euro wurde bestellt, die entsprechenden Mittel waren in den Haushalt eingestellt.

Kanäle: Gemeinsam mit Krogaspe wurde ein Auftrag zur Kanalinspektion mit routinemäßiger Spülung der Abwasserleitungen vergeben, der Kostenanteil der Gemeinde Timmaspe beläuft sich auf rund 57.000 Euro.

Kita: Es wurde bekanntgegeben, dass es ab sofort ein Angebot zur Sprachförderung im Kindergarten gibt.

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