Gerisch-Stiftung in Neumünster : Viel Lob für Basedow-Ausstellung

Brigitte Gerisch (von links), Kuratorin Dr. Bärbel Manitz und Anders Petersen, Landesvorsitzender des Bundesverbandes Bildender Künstler, eröffneten die Ausstellung.
Brigitte Gerisch (von links), Kuratorin Dr. Bärbel Manitz und Anders Petersen, Landesvorsitzender des Bundesverbandes Bildender Künstler, eröffneten die Ausstellung.

Bis unters Dach der Villa Wachholtz drängten sich 100 Besucher, um die Bilder des 1994 in Kiel gestorbenen Künstlers zu erleben.

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02. September 2018, 17:28 Uhr

Einzelgänger, Sonderling, für manche Menschen schwierig, aber immer unverwechselbar. Eines hat der Maler Heinrich Basedow aber auf jeden Fall verdient: Aufmerksamkeit, und zwar mehr, als er in seinem Leben und auch nach seinem Tod bekommen hat. In der Heinrich-Gerisch-Stiftung wurde dafür am Sonntag ein Anfang gemacht. Bis unters Dach der Villa drängten sich 100 Besucher, um die wunderbar harmonischen und stilvollen Bilder des 1886 in Berlin geborenen und 1994 in Kiel gestorbenen Künstlers zu erleben.

Ein „Herzenswunsch“ sei ihr in Erfüllung gegangen, erklärte Brigitte Gerisch von der Herbert-Gerisch-Stiftung mit sichtlicher Freude und lud die Besucher ein, die wunderbaren und irgendwie aus der Zeit gefallenen Werke mit Ruhe und Muße zu entdecken. Bewusst habe man auf lange Texterläuterungen an den Bildern verzichtet, um die Kunst für sich selbst sprechen zu lassen. Und geht man in die vielen verwinkelten Räume der Villa Wachholtz und in alle Stockwerke hinein, kann man ihr nur zustimmen: Hier trifft exorbitante Leidenschaft eines in sich gekehrten Malers mit der Ruhe edler Räume zusammen. Tempera und Öl auf Holz – das ist die vorherrschende Technik. „Zu konkret für eine Vokabel oder einen Stil“, beschrieb Kuratorin Dr. Bärbel Manitz, Kunsthistorikerin aus Kiel, die Bilder Basedows und wies noch einmal in ihrer Eröffnungsrede auf die Gemeinschaft des Ausstellungsteams hin: „Wir haben im Höllentempo gearbeitet“, meinte sie glücklich. So seien von der ersten Idee im Frühjahr bis zur jetzigen Eröffnung nur wenige Monate vergangen, die sich sichtbar gelohnt haben. Sie verwies noch einmal auf die besondere Individualität Basedows, der quasi „spitzwegartig“ in seiner Kieler Dachgeschoß-Wohnung bis in das hohe Alter lebte und dessen NS-Vergangenheit als Marineoffizier auch zu einer nicht vollzogenen Preisverleihung des Kieler Kulturpreises im Jahre 1978 geführt hatte.

Anders Petersen, Landesvorsitzender Schleswig-Holstein des Bundesverbandes Bildender Künstler, plädierte in seinem Grußwort für eine Trennung zwischen künstlerischem Schaffen und eventuell politischem Wirken Basedows. „Er verdient es schlichtweg, gewürdigt zu werden“, meinte er.

Und schon an diesem schönen Spätsommertag zeigte sich der beruhigende Einfluss seiner Bilder: „So etwas Schönes würde auch in unsere Wohnung passen“, meinten Karl-Heinz und Beate Schmöler aus Wasbek, während Ulrich und Sabine Behrens aus Padenstedt vor allem für die „behaglichen Farben“ schwärmten.


Bis zum 22. Dezember 2018 sind die Werke Heinrich Basedows d.J. in der Villa Wachholtz zu sehen, am Mittwoch, 19. September, findet eine Kuratorenführung mit Dr. Bärbel Manitz statt, am Sonntag, 14. Oktober, eine Performance mit Jan Malte Andresen.


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