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Parzellen verkommen : Viel Leerstand in den Kleingärten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kleingärtner machen sich sorgen um die Zukunft der Anlagen. Viele Parzellen in der Stadt verkommen.

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2016 | 13:00 Uhr

Neumünster | Die Zukunft der Kleingärten ist ungewiss. Immer mehr Parzellen in den 14 Kleingartenanlagen der Stadt stehen leer. Zurzeit erstellt die Stadt ein Entwicklungskonzept, um die Attraktivität zu steigern. Auf der Delegiertenversammlung des Kreisvereins der Kleingärtner in der Gartenkolonie West waren etwa 60 Zuhörer gespannt zu hören, was Ute Spieler und Maximilian Müller von der Stadtplanung zu diesem Thema zu erzählen hatten. Jedoch wurden die Erwartungen der Zuhörer erstmal etwas gedämpft.

„Wir präsentieren heute kein Konzept, sondern erste Analyseergebnisse“, sagten sie. „2150 Gartenparzellen gibt es in der Stadt. Jede vierte steht leer“, führte Maximilian Müller aus, der sich federführend mit den Kleingärten in der Stadt beschäftigt. Mit 42 Prozent Leerstand sei die Situation in der Anlage „Glückauf“ an der Wasbeker Straße besonders drastisch, gefolgt von der Hans-Sass-Kolonie am Haart mit 32 Prozent Leerstand. Als mögliche Gründe nannte Müller zum einen, dass die eigentliche Zielgruppe von Kleingärten in Neumünster nicht stark vertreten sei. „44 Prozent der Neumünsteraner leben in Einfamilienhäusern“, hieß es. Darüber hinaus spiele der so genannte ‚Broken Window‘-Effekt (Effekt der zerbrochenen Fenster) ebenfalls eine große Rolle. Es sei schwierig, Parzellen zu verpachten, wenn links und rechts daneben die Gärten verwahrlost sind.

Hansheinrich Gräfe, Vorsitzender des Kreisvereins der Kleingärtner, ist wegen der schlechten Entwicklung nicht zuletzt deshalb besorgt, weil der Kreisverein durch die Leerstände Einnahmeverluste von 66 Prozent kompensieren muss. „Hinzu kommt die bescheidene Zahlungsmoral“, sagte er. 191 Zahlungserinnerungen mussten zuletzt verschickt werden. Auch Mietnomaden, die in Nacht und Nebel verschwinden und einen „Trümmergarten“ hinterlassen, seien häufiger ein Problem. „Eine Entrümpelung kostet uns im Schnitt 1000 Euro“, so Gräfe. Im Sommer dieses Jahres sollen Konzepte für jede Kleingartenanlage erstellt werden, in denen auch die Infrastruktur und der Zustand erfasst werden. Des Weiteren sind Workshops geplant, zu denen die Kleingärtner eingeladen sind. „Mit der Unterstützung der Stadt und der politischen Gremien muss es doch möglich sein, das Kleingartenwesen wieder zu einem lebendigen Teil der Stadt zu machen“, hofft der Kreisvorsitzende.

Bei den anschließenden Wahlen wurde Hansheinrich Gräfe für weitere drei Jahre im Amt bestätigt.

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