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Rundtour der Wirtschaftsagentur : Viel Betrieb im Gewerbegebiet

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Wirtschaftsagentur hatte zur Rundtour geladen, um die aktuellen Baustellen vorzustellen. Größtes Projekt ist das Milchtrockenwerk im Süden.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 07:44 Uhr

Neumünster | Die Stadt hat bei der Vermarktung von Gewerbeflächen im wahrsten Sinne des Wortes Boden gut gemacht. Bei einer kleinen Rundfahrt stellte Guido Schwartze, der Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur, die aktuellen Baustellen im Süden sowie die Zukunftspläne für das Areal im Norden gleich neben der Autobahn vor. Dabei zeigte sich: Freie verfügbare Flächen sind Mangelware.

Zu den Unternehmen, die in der jüngsten Vergangenheit ihre zentralen Standorte in Neumünster erweiterten, zählt beispielsweise Edeka Nord mit riesigen Lagerkapazitäten und mit einer Solaranlage auf dem Dach. Hagebau vergrößert sich ebenfalls, und Voigt Logistik erstellt zurzeit einen speziellen Neubau, aus dem heraus künftig die Belieferung von Kliniken erfolgen soll.

Richtfest will auch bald das Familien-Unternehmen Prätorius feiern, das aus Kappeln stammt und bislang in Kiel sein Stammlager unterhält. Im 7000 Quadratmeter großen Neubau sollen in vier Stockwerken insbesondere Tabakwaren und Spirituosen untergebracht werden. Mit-Inhaberin Elke Prätorius-Schmidt schätzt, dass wohl 250 Lastwagenliefe rungen nötig sind, um im Herbst das Depot zu verlagern. Nach ihren Angaben werden am Standort Neumünster 40 Mitarbeiter beschäftigt.

Nach den Worten von Schwartze und seinem Assistenten Heino Bubach-Bernhardt wurde auch für Sysmex, ein Unternehmen der Medizintechnik, eine Lösung bei der Erweiterung gefunden. Das Unternehmen stellt hochkomplexe Analysegeräte her und ist dabei auf eine spezielle (und teure) Wasseraufbereitung angewiesen. Sysmex kann sich jetzt auf Nachbargrundstücke ausdehnen und den kostspieligen Komplettumzug vermeiden.

Mit eindrucksvollen Zahlen wartet das im Bau befindliche Milchtrockenwerk (MTW) auf. Voraussichtlich ab 2014 werden 570 Millionen Liter Milch jährlich angeliefert. Nach der Entrahmung und Pasteurisierung wird die Magermilch über sogenannte "Eindampfer" in zwei Stufen zu Konzentraten mit 36 beziehungsweise 50 Prozent Trockenanteil verarbeitet, nach der Behandlung in der "Sprühkammer" liegt die Restfeuchte bei nur noch 3 Prozent. Die Investitionskosten betragen 64 Millionen Euro, nach Fertigstellung sind im MTW 50 Mitarbeiter tätig.

In die Höhe wachsen soll auch bald das Gewerbegebiet Nord. Noch allerdings dient das Gelände gleich neben Autobahn-Zubringer und A 7 dem Ackerbau, doch in diesem Jahr könnte die letzte Ernte eingefahren werden. Mit dem Logistiker Henry Kruse ist bereits der erste Vertrag unterschrieben. Kruse will seine vier Standorte in Kiel-Wellsee, Stockelsdorf, Wahlstedt und Hamburg-Jenfeld auflösen und die Aktivitäten in Neumünsters Norden bündeln. Das Unternehmen, das sich auf Hygiene- und Reinigungsmittel spezialisiert hat, beschäftigt 200 Mitarbeiter.

Bei der Erschließung des Gewerbegebietes gibt es noch ein paar technische Probleme. Weil die Anlage einer neuen Baustraße offenbar mehrere Monate dauern würde, könnte der Bauverkehr zunächst über das Gelände der Autobahnpolizei rollen. Schwartze rechnet für das Gewerbegebiet Nord mit 250 Lastwagentouren täglich. Die Planer in Neumünster hatten die Anlage eines Kreisverkehrs favorisiert, konnten sich damit beim Land aber nicht durchsetzen. Angestrebt wird eine Ampelschaltung - damit kann man den Verkehr angeblich besser lenken.

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