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Holsteinischer Courier

13. Dezember 2017 | 00:54 Uhr

Besondere Feier : Viel Besuch zum 100. Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Heinz Uhlmann feierte mit Familie und Stadtpräsidentin.

Neumünster | Einen seltenen Geburtstag feierte Heinz Uhlmann am Sonnabend: Vor 100 Jahren kam er am 17. Juni 1917 in Jahnsbach im Erzgebirge zur Welt. An seinem besonderen Geburtstag stand bereits mittags er erste Besuch vor der Tür: Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger kam zu ihm ins Haus Berlin am Pestalozziweg, in dem der Jubilar seit fast drei Jahren lebt.

Sie gratulierte dem alten Herrn und überreichte ihm neben einer Urkunde, in der die Stadt und Torsten Albig ihre Glückwünsche aussprechen, auch einen handgewebten Schal aus dem Museum Tuch  +Technik. Das Geschenk ist gut gewählt, denn Heinz Uhlmann hatte von 1963 an mit seinem Umzug nach Neumünster eine Lehrtätigkeit als Textilingenieur an der Textilfach- und Ingenieurschule. Dort lehrte er bis zur Pensionierung 1982 und wirkte danach noch fünf Semester als Lehrbeauftragter.

Groß geworden ist er in der väterlichen Strumpffabrik, und nach einer Kaufmannslehre arbeitete er dort in der Lohnbuchhaltung und in der Produktion. „Mit zehn Jahren hatte er die erste Strumpflänge gestrickt, das war die Grundlage für die spätere Tätigkeit als Textilingenieur“, berichtete seine Tochter Patrizia Bruse, die aus Witzhave bei Hamburg zur Feier nach Neumünster gekommen war.

Im Zweiten Weltkrieg war Heinz Uhlmann Soldat. Im April 1945 wurde er verwundet und kam schließlich für einige Zeit in amerikanische Gefangenschaft. Am Ende des Jahres 1945 floh Heinz Uhlmann mit seiner Schwester Dorothea Trutt nach Westdeutschland bis nach Schmallenberg (Nordrhein-Westfalen), um dort in der Firma Falke als Stricker zu arbeiten.

Die Schwester des Jubilars, Dorothea Trutt (97), kam am Sonnabend ebenfalls zur Geburtstagsfeier. Sie reiste aus Reutlingen an, um ihrem großen Bruder zu gratulieren und überraschte die Gäste mit zwei langen Gedichten, die sie auswendig aus dem Ärmel schüttelte.

Im Jahr 1946 nahm Heinz Uhlmann das Studium zum Textilingenieur auf und beendete es unter den schwierigen Bedingungen der Nachkriegszeit mit Auszeichnung. Er hatte damals unter anderem mit Mangelernährung zu kämpfen.

Eine besonders schöne Zeit war für ihn ein Aufenthalt in Norwegen Anfang der 1950er-Jahre. Er half dort, eine Strumpffabrik aufzubauen. „Zunächst ging er allein, dann folgte unsere Mutter mit mir. Er hat dort Norwegisch gelernt, das er heute immer noch spricht und außerdem langjährige Freunde gewonnen“, berichtete Patrizia Bruse weiter. 1954 kamen Tochter Brigitte und 1959 Karl Uhlmann zur Welt. Ihre Mutter Ursula Uhlmann starb 1977.

„Eigentlich wollte ich nur 83 Jahre werden, um die Jahrtausendwende noch zu erleben“, sagte der 100-Jährige während seiner Feier verschmitzt.

Dass es dann doch so viele weitere Jahre werden sollten, verdanke er seiner gesunden und regelmäßigen Lebensweise, erzählte Tochter Brigitte Graw, die seit einem Jahr wieder in Neumünster lebt. „Er ist noch mit 95 Jahren Rad gefahren und hat bis dahin auch allein in seinem Haus an der Hebbelstaße gelebt. Außerdem hat er sich gesund ernährt und war nie übergewichtig“, erklärte sie weiter.

Am Sonnabendnachmittag wurde dann noch fröhlich mit 60 Gästen an der Hebbelstraße gefeiert.

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