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Holsteinischer Courier

18. Dezember 2017 | 20:15 Uhr

Theater : Viel Beifall für Schwanensee

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Russisches Nationalballett gefiel großen und kleinen Ballettfreunden. Nicht immer war der Platz für die Tänzer ausreichend.

von
erstellt am 05.Feb.2014 | 06:30 Uhr

„Schwanensee“ in Neumünster, getanzt von einem Ensemble des Russischen Nationalballetts! – Diese Ankündigung zog viele Freunde der klassischen Balletttradition ins Theater in der Stadthalle. Am Nachmittag kamen 480 Besucher, darunter viele Jugendliche, die „Schwanensee“ mit Unterstützung einer Erzählerin kennen lernen konnten. Am Abend sahen 400 Besucher die Aufführung in der ursprünglichen Form – und waren begeistert.

„Schwanensee“ gilt als die Mutter aller Ballette und Peter Tschaikowski als der Vater der Ballettmusik. Seit der umjubelten Aufführung 1895 in Moskau trat „Schwanensee“ den Siegeszug durch die Welt an. Das russische Nationalballett fühlt sich dieser Ur-Choreographie (behutsam überarbeitet von Juri Grigorovitsch) bis heute verpflichtet, und in Ausdruck und Stil sind alle Szenen den Vorbildern angenähert. In einem angenehmen Bühnenbild und farbenprächtigen Kostümen überzeugten Solisten und das große Corps de Ballet durch Anmut, Leichtigkeit und Können auf hohem Niveau.

Dennoch stellte sich neben Bewunderung auch das Gefühl ein, dass man in ein sehr schönes, aber auch ziemlich antiquiertes Ballett-Museum blickte. Seit der Uraufführung sind fast 120 Jahre vergangen. Das Ballett wurde weiterentwickelt; neue Stilrichtungen und Tanztechniken haben sich mit dem Traditionellen verbunden.

Am Sonntag kam die faszinierende „kleine Choreographie“ (die vier kleinen Schwäne, die Bräute in ihren Nationaltänzen, Aleksandr Pokotilov mit den Einlagen des Hofnarren) besonders gut zur Geltung. Die raumgreifenden Schrittfolgen und langen Sprungbahnen wirkten dagegen mangels Raum etwas gebremst.

Die gut lesbare Handlung erzählt (mit der Musik von einem schon recht abgespielten Band) ein zauberhaftes Märchen von Mädchen, die in Schwäne verwandelt wurden; vom Prinzen Siegfried (edel Sergej Skvortsov), der sich in das Schwanenmädchen Odette (innig Natalia Toriashvili) verliebt und ihr Treue schwört; vom Zauberer Rotbart (sprungfreudig Vadim Lolenko) und seiner Tochter Odile (auch die Tänzerin der Odette), die der Prinz für Odette hält und auch ihr Treue schwört – ein Irrtum, der sein Ende bedeutet. Doch am Sonntag stürzt sich Siegfried nicht in den See, sondern besiegt den Zauberer, befreit dadurch alle Schwäne und wird glücklich mit seiner Odette. Auch das ist ein gängiger, oft getanzter Schluss.

Das Publikum fand viel Gefallen an „Schwanensee“ und den Interpreten. Der Beifall war herzlich.





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