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Holsteinischer Courier

20. Oktober 2017 | 11:47 Uhr

Viel Beifall für das Bach-Konzert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2013 | 14:25 Uhr

Es war bereits das dritte Orgelkonzert in der Reihe „Musikalische Vesper“ in der Vicelinkirche, in dem Organist Dr. Karsten Lüdtke sich den großen Bach-Werken zuwendete. Johann Sebastian Bachs „Fantasie und Fuge g-moll“ sowie drei Choralbearbeitungen zu „Allein Gott in der Höh’ sei Ehr“ standen am Sonntag auf dem Programm. Knapp 100 Interessierte wollten das Orgelspiel von Lüdtke erleben.

Die frühe Komposition von Bach zeichnet sich durch expressive Harmonik aus, mit der sich Bach von seinen Zeitgenossen unterscheidet. Der Kantor ergänzte sein Programm mit Variationen von Franz Liszt über den Basso continuo des ersten Satzes der Bach-Kantate „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“. In seiner Einführung vor dem Konzert erklärte er an Musikbeispielen, was Franz Liszt, der der Romantik zuzuordnen ist, an Bach faszinierte. Es sei die „harmonische Erfindungsgabe“ von Bach, die bei der g-moll-Fantasie im ersten Teil zu hören war, die „die romantische Komponisten besonders inspirierte“, so Lüdtke. Dabei war der Anlass für die Liszt’sche Komposition eher düster: der Tod seiner Tochter Blandine. Das ist auch zu hören mit dunklen dramatischen Basstönen, die sich steigern und damit Sorge und Klagen erhören lassen. Das klagende Potential der Bach’schen Vorlage lässt mit einer dröhnenden Orgel auch Zorn durchscheinen, aber in einer hochromantischen Tonsprache. Die Komposition endet, so schreibt Lüdtke in seinem Programmheft, „versöhnlich mit dem klanglich ins Monumentale gesteigerten Choral, aus dem Gottvertrauen auch in der größten Verzweiflung spricht.“

Die Zuhörer waren beeindruckt. Es herrschte einige Sekunden ehrfurchtsvolle Stille in der Kirche, bevor der lang anhaltende Beifall für den imponierenden Vortrag des Kantors begann.

Das nächste Konzert in der Vicelinkirche ist die vierte Musikalische Vesper 2013 mit dem Schwerpunkt deutsche Romantik am Sonntag, 10 November, ab 18 Uhr. Der Bachchor ist mit Motetten von Mendelssohn-Bartholdy, Gläser und Hauptmann dabei.

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