Vicelinkirche: Ruhe für die nächsten 20 Jahre

Pastor Gerson Seiß genießt den Ausblick vom frisch sanierten Kirchturm. Im Hintergrund sind der Kleinflecken mit dem Museum und der Stadthalle sowie die katholische Kirche St. Vicelin zu sehen.
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Pastor Gerson Seiß genießt den Ausblick vom frisch sanierten Kirchturm. Im Hintergrund sind der Kleinflecken mit dem Museum und der Stadthalle sowie die katholische Kirche St. Vicelin zu sehen.

Turmsanierung ist abgeschlossen / Heute soll das Gerüst abgebaut sein / Baukosten geringer als gedacht

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05. Juli 2012, 06:45 Uhr

Neumünster | Die Einrüstung der Vicelinkirche im Mai dauerte mehr als eine Woche, retour geht es in nur zwei Tagen. Schon heute wollen Arbeiter der Rendsburger Gerüstbaufirma mit dem Abbau des mehr als 30 Meter hohen Gerüstes am Kirchturm fertig sein.

18 Jahre nach der letzten Sanierung mussten etwa 200 schadhafte Ziegel ausgetauscht werden. "Die Ziegel sind ein Spezialbrand. Zum Glück lagen noch genügend Steine aus der damaligen Produktion vor", sagte Vicelin-Pastor Gerson Seiß. Regen und Frost hatten am Turm der von 1829 bis 1834 nach den Plänen des Architekten Christian Frederik Hansen erbauten Vicelinkirche genagt. Es gab Risse und Abplatzungen an den gelben Backsteinen, zum Teil war auch der Mörtel in den Fugen ausgewaschen worden und musste ersetzt werden.

Eine aufwendige und teure Arbeit in luftiger Höhe: Allein das Gerüst für die sechs Wochen kostete rund 18 000 Euro, die Maurerarbeiten schlugen mit knapp 12 000 Euro zu Buche. Mit Nebenkosten waren das insgesamt 35 000 Euro - und damit deutlich weniger als die ursprünglich veranschlagten 50 000 Euro Sanierungskosten. "Wir bleiben unter dem Ansatz, weil deutlich weniger Steine als erwartet beim Austausch kaputt gingen. Die Firma hat akkurat gearbeitet", lobte Pastor Seiß.

9000 Euro steuert der Kirchenkreis Altholstein als Zuschuss aus seinem Denkmalfonds bei, die restlichen 26000 Euro trägt die Vicelin-Gemeinde aus ihrer eigenen Baurücklage. "Wir haben jetzt hoffentlich wieder für die nächsten 20 Jahre Ruhe", sagte Seiß.

Bei einem Inspektionsgang auf das Dach des Kirchenschiffs entdeckte er gestern gemeinsam mit Gemeindebaupfleger Marco Ludwig noch einen Stapel mit Dachpfannen. Seiß: "Auch das spart Kosten, beim Umbau gingen doch einige Pfannen zu Bruch."

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