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Wasbek : VHS kam zum Sprachunterricht nach Wasbek

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

14 Flüchtlinge aus der Gemeinde lernten in einem Kursus die deutsche Sprache. Volkshochschule, Gemeinde und Freundeskreis für Flüchtlinge zogen an einem Strang

Wasbek | Große Freude herrschte gestern im Wasbeker Feuerwehrhaus. Denn 14 Flüchtlinge, die alle im Dorf leben, nahmen hier stolz ihre Zertifikate für die Teilnahme an einem Deutschkursus der Volkshochschule Neumünster (VHS) entgegen.

26 Wochen lang besuchten die Frauen und Männer, die aus Syrien, Afghanistan und dem Irak stammen, an vier Vormittagen in der Woche den Unterricht. Gestaltet wurde dieser von Ingrid Bornstädt (66) und Ruth Rockenschaub (62).

„Wir haben mit einem Lehrbuch gearbeitet. Aber wir haben auch immer wieder Dinge eingebaut, die die Leute hier einfach brauchen. Dazu gehören Situationen wie ein Arztbesuch, ein Lebenslauf oder auch eine Wohnungsbesichtigung“, berichtete Ingrid Bornstädt, die bereits seit 1995 Deutschunterricht für Fremdsprachler gibt. „Außerdem haben wir über gesellschaftliche Gepflogenheiten wie zum Beispiel das Feiern von Geburtstagen, die Hochzeit und das bei uns gleichberechtigte Verhältnis zwischen Frauen gesprochen“, ergänzte dazu die Schauspielerin und Musikerin Ruth Rockenschaub.

Die Gruppe selbst sei sensationell gewesen. „Alle waren sehr fleißig und haben sich gegenseitig unterstützt. Außerdem haben wir viel miteinander gelacht“, lobten die beiden Lehrerinnen ihre Klasse.

Positiv bewerteten beide auch, dass der Kursus direkt in Wasbek stattfand. „Es ist eine geniale Idee, an den Wohnort zu gehen. Damit fallen die teuren Busfahrten weg. Und für Teilnehmer war es so viel einfacher, am Unterricht teilzunehmen“, erklärten sie.

Möglich wurde der Sprachkursus, der durch ein (mittlerweile ausgelaufenes) Bundesprogramm für Flüchtlinge, über deren Bleiberecht noch nicht geschieden wurde, finanziert wurde, durch die Initiative von Dr. Björn Otte, Leiter der VHS Neumünster. Der hatte sich mit einer E-Mail an die umliegenden Gemeinden der Stadt gewandt. „In Neumünster bekommt man bisher aufgrund der kurzen Aufenthaltsdauer der Flüchtlinge in der Erstaufnahmestelle einen solchen Kursus nicht hin. Aber nutzen wollte ich das Angebot schon. Deshalb habe ich die Nachbargemeinden angeschrieben. Aber nur Pastor Rohwer vom Freundeskeis Flüchtlinge hat sich zurückgemeldet. Deshalb ist dieser Kursus nur in Wasbek zustande gekommen“, erläuterte er die Kooperation. „Ich habe das als sinnvolle Ergänzung zu unserem Sprachunterricht im Helferkreis gesehen. Nach Absprache mit dem Bürgermeister hat die Gemeinde die Räume zur Verfügung gestellt. Also haben wir es gemacht. Und der Erfolg ist doch sehr erfreulich“, lautete dazu Rohwers Kommentar.

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erstellt am 23.Mär.2016 | 08:00 Uhr

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