Sportförderung in Neumünster : VfR-Krise beschäftigt die Politik

Die Verwaltung will abwarten, bis die Situation beim VfR klarer wird.
Die Verwaltung will abwarten, bis die Situation beim VfR klarer wird.

OB Olaf Tauras zog aufgrund der Misere beim VfR Neumünster im Hauptausschuss die Vorlage zu neuen Sportförderrichtlinien zurück. Zu viele Fragen seien aufgeworfen.

meyer_gunda the real-.jpg von
01. Februar 2018, 18:17 Uhr

Eigentlich sollten die neuen Sportförderrichtlinen der Stadt ihren Weg durch die politischen Gremien gehen, um ab 2019 in Kraft treten zu können. Wegen der aktuellen Krise beim VfR Neumünster zog Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras jedoch im Hauptausschuss am Dienstagabend die Vorlage zurück – und löste damit eine heftige Debatte aus.

„Die Lage im Vereinssport hat sich drastisch verändert wegen der erheblichen wirtschaftlichen Probleme des VfR“, begründete Tauras den Rückzug der Vorlage. Es bestünde die Gefahr, dass der Verein Insolvenz anmelden müsse und sich dann schlimmstenfalls auflöse, so der Oberbürgermeister weiter.

Dies wiederum ziehe eine Reihe an Folgen nach sich: So müsse geklärt werden, was mit dem VfR-Stadion passiere, das im Eigentum der Stadt ist, aber an den Verein verpachtet ist. Außerdem müsse man abwarten, inwieweit sich die Entwicklung auf den anderen Vereinssport am Stadtwald auswirke. „Da wir die Entwicklungen noch nicht absehen können, wollen wir den Findungsprozess abwarten“, sagte Tauras.

Die neuen Richtlinien sehen vor, die Entwicklungen großer, leistungsstarker Vereine zu unterstützen und Kleinvereine aus der Förderung zu streichen (der Courier berichtete). Nun gerät ein größerer Verein in Schieflage. Gerd Kühl (CDU) betonte, dass mit einer Insolvenz eine ganz neue Situation entstünde.

Volker Andresen (SPD) kritisierte scharf, dass wegen des Sonderfalls VfR die gesamten Sportförderungsgrundsätze auf die lange Bank geschoben werden sollen: „Man kann nicht bei jedem Problem einen Rückzieher machen, die Grundsätze sollten beschlossen werden und für den VfR über eine separate Hilfe gesprochen werden.“ Die Probleme des VfR seien schon länger bekannt, dies könne aber nicht dazu führen, dass rund 50 andere Vereine auf die Entscheidung warten müssen, so der SPD-Fraktionsvorsitzende. Das sah Jonny Griese (Linke) ähnlich: „Der VfR ist ein Pflegefall, der nicht in der Lage ist, vernünftig zu wirtschaften. Abzuwarten wäre für andere Vereine unfair.“

Volker Andresen kündigte an, dass die SPD-Fraktion die Vorlage zu den Sportförderungsrichtlinien als Dringlichkeitsantrag in die Ratsversammlung am 13. Februar einbringen wird, um eine zügige Abstimmung zu erwirken.

„Wir arbeiten seit Jahren an den Sportförderrichtlinen, warum jetzt die Eile?“, fragte Wolf Rüdiger Fehrs (CDU). Man müsse die Entwicklung abwarten, zumal die Richtlinien erst ab kommendem Jahr greifen würden.

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