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VfR-Kontrahent Hertha BSC setzt auf Vollgas-Fußball

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DFB-Pokal: Baumjohann neuer Regisseur in Berlin / Auch Ramos ist gesetzt / Trainer Luhukay geht in die Offensive

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Berlin | Jos Luhukay ist derzeit für jeden Spaß zu haben. Der Coach von Hertha BSC ließ sich für die Fotos eines Fußball-Magazins auf den 80 Meter hohen Glockenturm neben dem Berliner Olympiastadion bringen. Von dort oben blickte der kleine Niederländer gut gelaunt auf die große Stadt hinunter, in der er mit dem Pflichtspielstart am Sonntag um 16 Uhr beim VfR Neumünster die Euphorie weiter anheizen soll.

"Ich bin mit der Vorbereitung zufrieden. Alle haben gut mitgemacht, es hat sich niemand verletzt. Das kommt nicht so oft vor", sagte Luhukay. Der 50-Jährige zog in gut fünf Wochen ein äußerst intensives Training durch und lag damit richtig. Der Bundesliga-Rückkehrer blieb in allen Testspielen ungeschlagen. Das DFB-Pokalspiel am Sonntag beim Regionalligisten VfR und der Saisonauftakt eine Woche später zu Hause gegen Eintracht Frankfurt können kommen. Insbesondere zu Hause hat sich die "Alte Dame" viel vorgenommen. "Wir wollen in der neuen Saison kein Heimspiel verlieren", betonte Luhukay vollmundig - eine erstaunliche Aussage für den Trainer eines Clubs, der gerade erst zwei Mal (2010 und 2012) aus der 1. Bundesliga abgestiegen ist. Doch Luhukay scheint der "Alten Dame" ein neues Winner-Gen einpflanzen zu wollen. Der Niederländer, alles andere als ein Lautsprecher seiner Zunft, setzt bewusst punktuell verbale Akzente. Ein bisschen mehr Selbstvertrauen tut dem Klub in der Außendarstellung auch gut, zumal Preetz äußerst vorsichtig auftritt. Luhukay hat seinen Kader auf ein bisschen mehr Vollgas-Fußball ausgerichtet. Die vier Neuzugänge passen gut ins Konzept, mit allen Neuen hat der Trainer schon bei früheren Clubs gearbeitet. Luhukay wäre aber nicht Luhukay, wenn er nicht doch noch auf die Euphoriebremse treten würde. "Wir müssen uns von Tag zu Tag mehr auf das Pokalspiel fokussieren", bemerkte er mit einem Blick auf den kommenden Sonntag und das Pokalduell im Norden.

In seiner Defensive zählen Johannes van den Bergh (26 Jahre, kam von Fortuna Düsseldorf) und Sebastian Langkamp (25, FC Augsburg) bereits zur ersten Wahl. Im Mittelfeld ist der laufstarke Hajime Hosogai (27, Bayer Leverkusen) flexibel einsetzbar. Der Japaner war jüngst beim Confed Cup in Brasilien in den Spielen gegen die Gastgeber sowie Mexiko für sein Land im Einsatz. Und Alexander Baumjohann (26, 1. FC Kaiserslautern) soll Regisseuer Ronny (27) entlasten, der mit schlechten Fitnesswerten aus dem Heimaturlaub in Brasilien zurückkehrte. Am Südamerikaner scheiden sich ohnehin die Geister. Schließlich hat er "nur" eine überragende Vorsaison in der Zweiten Liga zu bieten. Zuvor hatte er bei Hertha Erstliga-Qualitäten vermissen lassen. Aktuell ist davon auszugehen, dass Baumjohann die Zehnerrolle bei den Blau-Weißen ausfüllen und Ronny nur auf der Bank Platz nehmen wird, zumal der Neuzugang aus Kaiserslautern eine ganz starke Vorbereitung spielte. Der Trend geht dahin, dass Baumjohann nach seinen Engagements bei Borussia Mönchengladbach, Bayern München und dem FC Schalke 04 den endgültigen Durchbruch in der Bel etage schaffen wird.

Erfahrenste Kräfte der Berliner indes sind der mittlerweile 36-jährige Georgier Levan Kobiashvili (336 Erstligaeinsätze), Mittelfeldmann Peer Kluge (32 Jahre, 218 Spiele) und der robuste Defensivstratege Maik Franz (31, 192). Aus diesem Trio dürfte am Sonntag in Neumünster aber nur Kluge in der Startelf stehen. Der aktuelle Kader von Hertha BSC vereint im Übrigen die Erfahrung von 1554 Bundesligaeinsätzen. Der letzte Aufsteiger, der mit einer erstligaerfahreneren Mannschaft an den Start ging, war der SC Freiburg vor exakt zehn Jahren mit seinerzeit 1647 Einsätzen.

Prominent geht es im Angriff der Hertha zu, wo der schnelle und kopfballstarke Kolumbianer Adrián Ramos (27) als gesetzt gilt. Der erst 21-jährige Pierre-Michel Lasogga wiederum ist aktuell der "wertvollste" Berliner Kicker, sein Marktwert wird mit knapp fünf Millionen Euro taxiert. Auch Lasogga dürfte zunächst nur auf der Ersatzbank zu Hause sein, ebenso wie der Ex-Bremer Sandro Wagner (25). Sami Allagui hingegen dürfte in der Startelf stehen. Der 27-Jährige soll gemeinsam mit Youngster Nico Schulz (20) und Baumjohann die Offensivreihe hinter Ramos bilden. Keine Frage: Auf den VfR kommt etwas zu.

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