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Holsteinischer Courier

22. Oktober 2017 | 09:05 Uhr

VfB Lübeck zeigt PSV die Grenzen auf

vom

Fußball-SH-Liga: Spitzenreiter nutzt nummerische Überzahl, um das Schlagerspiel zu seinen Gunsten zu drehen / Arslan macht mit 1:3 alles klar

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Neumünster | Der Meistertitel in der Fußball-Schleswig-Holstein-Liga führt in dieser Saison nur über den VfB Lübeck. Diese Erkenntnis gewann gestern Abend auch der Polizei-SV Union Neumünster, der das absolute Topspiel der vierten Runde gegen die Hansestädter vor 644 zahlenden Zuschauern an der Stettiner Straße nach einer 1:0-Halbzeitführung noch mit 1:3 verlor.

Die Lübecker gaben sofort Gas. Aus ihrem hohen Tempo resultierten nicht nur schöne Kombinationen, sondern auch zwei sehenswerte Offensivaktionen. So rauschte ein strammer Distanzschuss von Dennis Voß knapp am PSV-Gehäuse vorbei (3.), ehe Torhüter Morten Nagel gegen VfB-Angreifer Henrik Sirmais parierte, nachdem Letzterer Marcel Pinkert ausgespielt hatte. Es sah so aus, als wolle der Regionalliga-Zwangsabsteiger die "Polizisten" überrennen, zumal die Hausherren anfangs nicht in die Zweikämpfe kamen. Nach rund einer Viertelstunde hatte sich die Nöhren-Elf aber akklimatisiert und wäre beinahe auch in Führung gegangen. Doch nach einer Fürst-Hereingabe wurde der Schuss des frisch gebackenen Vaters Bastian Hasler aus acht Metern gerade noch von Lübecks Moritz Marheineke abgeblockt (18.). Ähnliches gelang auf der Gegenseite Felix Schulz, der einen Torerfolg von Sirmais vereitelte (25.). In der Folge blieben Höhepunkte aus, bevor kurz vor dem Seitenwechsel der große Aha-Effekt folgte: Marheineke ließ im Zweikampf mit Patrick Fürst das Bein stehen, Schiedsrichter Jörn Göttsch entschied sofort auf Elfmeter. PSV-Routinier Marinko Ruzic nutzte die günstige Gelegenheit und versenkte die Kugel im rechten oberen Eck zur 1:0-Pausenführung für die "Ordnungshüter" (44.).

Knapp drei Minuten nach dem Wiederanpfiff rückte Referee Göttsch erneut in den Blickpunkt. Als dem in der 31. Minute wegen Foulspiels verwarnten Fürst in einem Laufduell mit Lübecks Sascha Steinfeldt der Ball an die Hand sprang, zückte der Unparteiische zur Überraschung der Hausherren Gelb-Rot. Nun war den "Polizisten" die so wichtige Konterwaffe genommen, und der Tabellenführer nutzte dies eiskalt aus. Ein Doppelschlag des quirligen André Senger, der zwei Mal frei vor Nagel die Nerven behielt, bescherte dem VfB eine 2:1-Führung (54., 61.). Sengers erstes Tor bedeutete den ersten PSV-Gegentreffer in der laufenden Saison. Nach 324 Minuten musste Nagel erstmals hinter sich greifen. Lübeck drängte nun auf die Entscheidung und hatte Glück, als sowohl Arnold Suew als auch Tomek Pauer keine Gelben Karten sahen, obwohl sie jeweils in Fürst-Manier das Leder mit der Hand spielten (65., 69.). Nachdem ein Tor des Gästeakteurs Stefan Richter wegen einer Abseitsstellung keine Anerkennung gefunden hatte (68.), blieb der Gast am Drücker, vergab durch Suew (70.) und Sirmais (71./Parade Nagel) zwei weitere Großchancen, an die sich beste Lübecker Möglichkeiten fast im Minutentakt reihten. Doch die Marzipanstädter bekamen den Sack lange Zeit nicht zu, und so wurde den Besuchern bis zum Schluss eine spannende Auseinandersetzung geboten. Zu nennenswerten Strafraumaktionen reichte es für den PSV allerdings nicht mehr. Im Gegenteil: Ahmet Arslan gelang doch noch das aus Gästesicht erlösende 3:1 für den Titelfavoriten (88.).

PSV-Trainer Patrick Nöhren bilanzierte: "Die Gelb-Rote Karte für Fürst kam zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Wenn man diese gibt, muss man später auch zwei Mal Gelb gegen Lübeck verhängen. Alles in allem war der VfB besser und hat verdient gewonnen. Es hätte uns auch schlimmer als ,nur mit 1:3 treffen können."

PSV - VfB Lübeck 1:3 (1:0)Polizei-SV Union Neumünster: Nagel - Siedschlag, Pinkert, F. Schulz, Bock (56. Ulrich) - Gülbay, Hasler - Pfützenreuter, Ruzic (54. Mercan), Khemiri (46. Möller) - Fürst.

VfB Lübeck: Toboll - Kalus (55. Suew), Marheineke, Nogovic, Steinfeldt - Pauer - Richter (76. Arslan), Wehrendt, Voß, Senger - Sirmais (89. Roelfs).

Beste Spieler: Nagel - Senger, Steinfeldt. - SR: J. Göttsch (Dannau). - Zuschauer: 644 zahlende. - Tore: 1:0 Ruzic (44., FE), 1:1 Senger (54.), 1:2 Senger (61.), 1:3 Arslan (88.). - Gelb-Rote Karte: Fürst (PSV/48., Handspiel). - Nächster PSV-Gegner: TSV Kropp (A/Sonnabend, 14 Uhr).

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