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„Zu Fuss zur Schule“ : Verzicht auf „Taxi Mama“ wird mit Stempeln belohnt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

64 Klassen aus der Stadt nehmen an der Aktion „Zu Fuß zur Schule“ teil. Die Kinder sollen wichtige Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2015 | 08:00 Uhr

Neumünster | Wenn Mama oder Papa sie zur Schule fahren wollen, lehnen die meisten Gartenstadtschüler derzeit dankend ab. Denn viele der rund 240 Jungen und Mädchen bereiten sich in diesen Tagen bereits auf die Aktion „Zu Fuß zur Schule“ vor, die am Montag beginnt. Drei Wochen lang erhalten die Kinder, die ihren Schulweg zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus zurücklegen, einen von 15 möglichen Stempeln. Am Ende der Aktion werden die gesammelten Stempel addiert und als „Grüne Meilen“ an den Verein Klimabündnis weitergeleitet, dessen Mitgliedskommunen sich für eine Senkung der Treibhausgas-Emissionen einsetzt. Außerdem erhält jeder Schüler eine Urkunde und kann mit seiner Klasse einen von drei Hauptpreisen gewinnen.

Die Gartenstadtschule ist eine von neun Schulen in Neumünster, die an der Aktion des Schulamtes teilnehmen. Unterstützt wird das Projekt von den Stadtwerken (SWN), der Kreisverkehrswacht und der Stadt. Im vergangenen Jahr haben sich rund 1250 Schüler beteiligt, diesmal sollen es mehr als 1400 Kinder aus 64 Klassen werden. 16  000 Stempel wurden 2014 in der Stadt gesammelt, 1906 davon allein in der Gartenstadtschule. Diesen Rekord wollen die Jungen und Mädchen verteidigen oder sogar einstellen.

Marvin aus der Klasse 3  b geht die Sache mit besonderem Eifer an: „Es gibt zwei Wege, auf denen ich zur Schule gehen kann, und ich nehme immer den längeren“, sagt er stolz. Seine Mitschülerin Lina wird bislang von ihrer Mutter zur Schule gebracht: „Wenn Mama zur Arbeit fährt, liegt das auf dem Weg. Aber jetzt möchte ich lieber zu Fuß gehen.“ Michel hat sogar einen positiven Nebeneffekt für sich entdeckt: „Wenn man zu Fuß geht oder mit dem Rad fährt, bekommt man Muskeln in den Beinen – die kriegt man im Bus nicht.“

Heike Dörner, Kreisfachberaterin für Verkehrserziehung und Lehrerin an der Gartenstadtschule, freut sich über die Begeisterung der Grundschüler: „Der gemeinsam zurückgelegte Schulweg ist eine wichtige Erfahrung für die Kinder. Sie handeln selbstständig, erleben Gemeinschaft und nehmen ihre Umgebung intensiv wahr. Außerdem lernen sie, auf sich und den Straßenverkehr zu achten.“ Die Eltern, die per Brief über die Aktion informiert wurden, hätten sehr positiv reagiert, bestätigt Heike Dörner, die hofft, dass die Schüler auch nach Ende des Projektes weiter zu Fuß gehen oder mit dem Rad oder Bus fahren: „Wir wollen erreichen, dass die Kinder sich daran gewöhnen und merken, dass das gar nicht so schlimm ist.“

Nach der Aktion werden unter allen teilnehmenden Klassen Preise verlost. Die Stadtwerke laden eine Schulklasse ins Bad am Stadtwald ein, inklusive anschließendem Pommes-Essen. Eine weitere Klasse darf einen Vormittag im Museum Tuch + Technik verbringen, eine dritte erhält in Kooperation mit der Kreisverkehrswacht eine Führung durch das Dosenmoor. Die Busfahrt wird von den SWN übernommen.

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