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Wittorf : Verwaiste Welpen: Amme Nelly ist quietschfidel

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Die verwaisten Hundebabys in Wittorf stürmen an die Zitzen ihrer Amme Nelly. Die kleine Hündin und die großen Berner Welpen verstehen sich prächtig.

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erstellt am 12.Mai.2013 | 07:55 Uhr

Neumünster | Es gibt acht gute und eine traurige Nachricht von den verwaisten Hundebabys aus Wittorf: Ein Junges ist in der Nacht zu Donnerstag gestorben. Aber die verbliebenen acht Welpen erfreuen sich augenscheinlich bester Gesundheit. "Dass ein Junges stirbt, hätte auch unter normalen Umständen passieren können", sagt Birgit Udinga, die sich mit Mann Jan, Tochter Jannie und weiteren Familienmitgliedern rund um die Uhr um die Kleinen kümmert.
Die Mutterhündin war kurz nach der Geburt gestorben. Zum Glück kommt Yvonne Gerlach aus Wittorf mehrmals täglich mit ihrer Jack-Russel-Terrier-Hündin Nelly, die sich der Welpen als Amme angenommen hat und sie säugt.

Welpen haben zugelegt


Die Lage ist den Umständen entsprechend entspannt. Jannie Udinga fütterte gestern Mittag den letzten von acht Welpen mit der Flasche. "Wir haben unseren Alltag komplett umgestellt. Es ist immer jemand bei den Welpen", sagt sie. Die Kleinen haben dank Amme Nelly und Fläschchen zugelegt - von 320 auf 450 Gramm; das schwerste Junge wiegt sogar 600 Gramm. Birgit Udinga ist der kleinen Hunde-Amme dankbar: "Wenn wir Nelly nicht gehabt hätten, wären die Jungen nicht mehr am Leben. Nelly hat acht Zitzen, es sind jetzt acht Welpen. Wir hoffen sehr, dass das weiter so gut geht."
Es klingelt an der Tür: Yvonne Gerlach kommt mit der Hunde-Amme vorbei. Die Hündin wedelt alle Familienmitglieder freundlich an und geht ohne jede Aufforderung zu den Welpen. Obwohl die gerade ein Fläschchen bekommen haben, stürmen alle an die Zitzen. Nelly leckt die Kleinen, putzt sie und liegt entspannt im Körbchen. Nach dem Säugen steht sie einfach auf und läuft quietschfidel durchs Zimmer. Alle Beteiligten sind sehr aufmerksam, sorgen sich um die Gesundheit der Hündin. "Wenn ich merken würde, dass es ihr nicht gut geht, würde ich das nicht machen", sagt Yvonne Gerlach.

Aus tierärztlicher Sicht keine Probleme


Sie und die Udingas haben mit Staunen den Riesenwirbel auf der Courier-Facebook-Seite verfolgt. Mehr als 100.000 Menschen haben den ersten Artikel von Montagabend gesehen, mehr als 42.000 lasen den Bericht über die Amme. "Das sind jetzt kleine Berühmtheiten", sagt Birgit Udinga mit Blick auf die Welpen.
Bei Facebook werden Nelly und Yvonne Gerlach als Welpenretter gefeiert, aber auch durchaus kritisiert: Sie verheize und gefährde ihre kleine Hündin mit den großen Berner Welpen; die bräuchten dringend eine andere, größere Amme. "Die Welpen halten bis zu vier Stunden durch, Nelly kommt jetzt seltener, drei- bis viermal am Tag", sagt Birgit Udinga. Warum kommen die Welpen nicht zu größeren Ammen außerhalb? Die Antwort ist deutlich: "Wir wollen, dass sie gemeinsam in ihrer gewohnten Umgebung aufwachsen. Außerdem wissen wir nicht, wie eine neue Umgebung auf das Immunsystem wirkt", sagt sie.
Aus tierärztlicher Sicht ist der jetzige Zustand okay. "Bei der Größe der Jungen ist das kein Problem für die Hündin. In zwei Wochen sollten die Welpen dann Milch aus einer Schüssel trinken können", sagt Tierarzt Dr. Johannes Frahm aus Wasbek.
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