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Tag der Heimat : Vertriebene erzählen ihre Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der 65. Tag der Heimat fand im Kiek In statt. Vertriebene aus ganz Schleswig-Holstein erinnerten sich an ihre Wurzeln im Osten.

Neumünster | Jede zweite Familie in Neumünster hat Wurzeln im Osten Europas: 31 534 Flüchtlinge kamen laut dem Bund der Vertriebenen (BDV) nach dem Zweiten Weltkrieg nach Neumünster – die meisten aus dem Sudetenland, Pommern, Lötzen sowie Nieder- und Oberschlesien. „Die Einwohnerzahl hat sich damals quasi verdoppelt“, sagte Willi Treetzen, Vorsitzender des BDV Neumünster. Gestern trafen sich rund 150 Vertriebene aus ganz Schleswig-Holstein zum 65. Tag der Heimat im Kiek In, um sich gemeinsam an ihre Geschichte zu erinnern.

Der Stellvertretende Stadtpräsident Wolf-Werner Haake erklärte passend zum Motto („Deutschland geht nicht ohne uns“), dass auch Neumünster ohne die Vertriebenen nicht zu so einer erfolgreichen Industriestadt geworden wäre: „Umsichtige Politik hat die Eingliederung der Vertriebenen zur Erfolgsgeschichte werden lassen.“

2013 wurde die Veranstaltung von Misstönen zwischen der Landesregierung und den Vertriebenenverbänden wegen einer kurzfristig abgesagten Ausstellung im Landeshaus überschattet. Doch Werner Bublies, stellvertretender Abteilungsleiter im Ministerium für Justiz, Kultur und Europa, sorgte gestern für Versöhnung. In seinem Grußwort würdigte er das Engagement der Vertriebenen: „Mit dem Bewältigen des eigenen Leidens sind sie zu einer Brücke nach Osteuropa geworden.“ Treetzen zeigte sich nach der Rede zufrieden: „Ich hoffe, dass ist der Beginn eines neuen Dialogs mit der Landesregierung.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Stritzl aus Kiel sagte: „Bei Ihnen ist mir heute klar geworden, was man alles nicht mehr weiß oder was man erst gar nicht im Geschichtsunterricht gelernt hat.“ Das bestärkte besonders die BDV-Ehrenmitglieder Nora Kawlath, Ewald Wussow, Georg Fellmann und Herbert Möller, ihr Wissen weiter zu geben. Gemeinsam wollen sie versuchen, die unzähligen Bilder des Courier-Fotografen Walter Erben (selbst in Hohenelbe im Sudetenland geboren) zu datieren und zu zu ordnen. „Wir erkennen bestimmt noch ein paar alte Gefährten“, sind sich die Ehrenmitglieder sicher.

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erstellt am 04.Aug.2014 | 07:00 Uhr

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