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Dichter-Wettstreit : Vertrauen auf die Macht des Wortes

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Restlos ausverkauft: Poetry Slam der Generation unter 20 begeisterte 110 Besucher im Theater in der Stadthalle

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2016 | 13:30 Uhr

Neumünster | „Wahnsinn! Wie reflektiert diese jungen Menschen die Welt betrachten und mit welcher Fantasie und Kreativität sie ihre Gedanken in Worte fassen, das hat uns beide sehr beeindruckt!“ – Karin Dramburg und Christa Hiller-Ketelsen waren sich einig: Ihr Besuch der Veranstaltung „Lyrik & Textase“ hatte sich mehr als gelohnt.

Die beiden kulturinteressierten Neumünsteranerinnen waren am Dienstagabend „ganz gezielt“ zum U20-Poetry Slam gekommen, nachdem sie das Wortakrobaten-Format, bei dem junge Künstler ihre selbstgeschriebenen Texte auf der Bühne vortragen und das Publikum per Applaus den Sieger bestimmt, während des letzten Kunstfleckens für sich entdeckt hatten.

Auch Agnes Trenka strahlte: „Dass der letzte U20-Poetry Slam dieser Saison noch einmal restlos ausverkauft ist, zeigt das große Interesse der Neumünsteraner an selbst verfasster Lyrik und Prosa junger Menschen“, freute sich die Mitarbeiterin des Kulturbüros, das den U20-Poetry Slam bereits im vierten Jahr in Kooperation mit der Kieler Künstleragentur Assemble Art organisiert.

Ein Blick auf die bestuhlte Bühne des Theaters in der Stadthalle gab ihr Recht. Erwartungsvoll saßen hier 110 Besucher vom Teenie- bis ins Rentenalter und begrüßten jeden der acht jungen Künstler mit einem großem Applaus. Kim Kläve, Franka Lorenz, Zoe Hars, Lucia, Maria Ribbe, Liliana König, Jesko Vorbeck und Alina Jacobs, allesamt unter 20 und allesamt äußerst wortgewandt und mutig, waren aus ganz Norddeutschland angereist, um ihre selbst verfassten Texte öffentlich zu präsentieren. Da gab es sehr persönliche Geschichten, beispielsweise von Alina Jacobs, die in ihrem eindringlichen Vortrag die Verletzungen in einer unglücklichen Liebe beschrieb, oder das poetische Zwiegespräch zwischen Feuer und Erde, das Lucia außerordentlich gekonnt vortrug.

Kim Kläve stand das erste Mal auf der Bühne. In ihrem Text mit dem Titel „Parkdeck“ stellte die junge Frau die Frage nach dem Sinn des Lebens. Den erkennt Zoe Hars manchmal in der Straßenbahn. Ihre Liebeserklärung an die „S21“ zeugte von der großen Beobachtungsgabe der jungen Hamburgerin.

Jesko Vorbeck kommt aus Neumünster. Als einziger männlicher Wortkünstler machte der Alexander-von-Humboldt-Schüler am Dienstagabend sehr differenzierte Beobachtungen zu seinem Alltag. Mit seinem Vortrag slamte er sich in die Herzen des Publikums und kam gemeinsam mit Zoe Hars und Lucia ins Finale. Hier wurde Jesko noch einmal politisch, während Lucia „die Einsamkeit des Hipsters“ beschrieb und Zoe ein Plädoyer für die Ehrlichkeit hielt. Am Ende ging Zoe Harms ganz knapp als Siegerin aus dem U20-Poetry Slam hervor.

Doch das war eigentlich unerheblich, zeigte der Slam doch einmal mehr, wie intensiv sich junge Menschen mit ihrer Umwelt auseinandersetzen.

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