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Dreharbeiten in Neumünster : Vermummte Demonstranten für den „Tatort“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Krimi „Dunkle Zeit“ führt Wotan Wilke Möhring und Franziska Weisz nach Neumünster.

shz.de von
erstellt am 09.Jun.2017 | 08:30 Uhr

Neumünster | Es gab Pfiffe, Gegröle und lautstarke Gesänge. Rund 50 meist dunkel gekleidete und zum Teil vermummte Männer und Frauen zogen am Donnerstag mit Transparenten und Fahnen vor die Stadthalle, um ihren politischen Unmut kundzutun. Zeitweilig zogen Rauchschwaden bis auf den Großflecken. Doch was vor wenigen Wochen bei einer Wahlkampfveranstaltung der „Alternative für Deutschland“ noch real war, diente am Donnerstag nur den Kameraleuten.

Die Demonstranten waren Komparsen für die knapp 40-köpfige Film-Crew. Begleitet von zahlreichen Schaulustigen drehte die Hamburger Produktionsfirma Cine-Centrum im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks den Tatort „Dunkle Zeit“ weiter. Die Aufnahmen mit den Schauspielern Wotan Wilke Möhring und Franziska Weisz in Neumünster hatten am Mittwoch begonnen und waren am Donnerstagabend abgeschlossen.

„Wenn feststeht, dass eine Produktion losgeht, haben wir rund sechs Wochen Vorbereitungszeit. Vor vier Wochen entschieden wir uns nach kurzer Suche für die Stadthalle, weil sie am besten in das Konzept passt“, erklärte Produktionsleiter Holger Heinßen. Neumünster ist einer der letzten Drehorte in Norddeutschland, bevor in der kommenden Woche alle Bilder „im Kasten“ sein sollen. Geplanter Sendetermin des Krimis unter der Regie von Niki Stein (Deutscher Fernsehpreis 2004 für „Die Quittung“) ist im Frühjahr 2018.

In der Story des sogenannten „Bundes-Tatorts“, der keine feste Handlungsstadt hat, ermitteln Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und seine Partnerin Julia Grosz (Franziska Weisz) in einem undurchsichtigen Fall. Weil Nina Schramm (Anja Kling), die Fraktionsvorsitzende der „Neuen Patrioten“, immer häufiger Ziel von Hass-Posts und Morddrohungen wird, werden Falke und Grosz zu ihrem persönlichen Schutz abgestellt. Als Schramms Wagen durch eine Explosion zerstört und dabei ihr Ehemann Richard (Udo Schenk) getötet wird, melden rechte Netzwerke den Anschlag eines „linken Mobs“ und werfen der Polizei vor, tatenlos zuzuschauen.

Für Schauspieler Wotan Wilke Möhring waren es bereits die zweiten Filmaufnahmen in Neumünster innerhalb von drei Jahren. Bereits im November 2014 stand er für einen Tatort in der ehemaligen Hindenburg-Kaserne vor der Kamera. Auch damals an der Färberstraße drehte das Filmteam zwei Tage lang. Die Aufnahmen fanden allerdings unter strenger Geheimhaltung in den Gewahrsamszellen des ehemaligen Wachlokals statt – dort, wo Generationen von Neumünsteraner Wehrpflichtigen ihre Wach-Dienste leisteten.

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