Zeugen gesucht : Vermisster Kieler Student – wurde Leiche in Neumünster vergraben?

Der vermisste Horst Georg Linnemann.
Foto:
Der vermisste Horst Georg Linnemann.

Seit Dezember 2014 wird der 28-jährige Horst Georg Linnemann vermisst. Die Polizei sucht weiter nach Hinweisen – unter anderem im Zusammenhang mit einem gelben Anhänger.

shz.de von
30. Juli 2015, 11:36 Uhr

Neumünster/Kiel | Im Fall des seit dem 15. Dezember 2014 vermissten Horst Georg Linnemann aus Neumünster-Faldera hat die intensive Ermittlungsarbeit der Mordkommission in Zusammenarbeit mit der Kripo Neumünster ein konkreteres Bild der Ereignisse zutage gebracht. Das berichtet die Polizei am Mittwoch. Demnach hat sich der Verdacht, dass Linnemann einem Mord zum Opfer gefallen ist, weiter erhärtet. Die Suchaktion nach dem vermissten 28-jährigen Studenten wird seit  Donnerstagmorgen am Stadtrand von Neumünster fortgesetzt. Ein etwa 4000 Quadratmeter großes Areal wird mit Hilfe von Spürhunden abgesucht. Die am Mittwoch begonnene Aktion sei bisher erfolglos geblieben, sagte ein Polizeisprecher.

Der 28-jährige Student, der von seinen Freunden gerne Grobi genannt wird, wurde am Nachmittag des 15. Dezember 2014 von seiner Lebensgefährtin als vermisst gemeldet, die ihn zuletzt gegen Mittag in ihrer Neumünsteraner Wohnung gesehen hatte. Linnemanns dunkelblauer Golf IV mit dem Kennzeichen NMS-ZX 88 wurde am 20. Dezember in Hamburg gefunden und von der dortigen Polizei sichergestellt. Seitdem gab es zunächst keine weitere Spur. Doch im April bekamen die Ermittler einen Hinweis darauf, dass ein Tötungsdelikt vorliegen könnte.


„Die Ermittler gehen mittlerweile davon aus, dass die Leiche im Bereich Neumünster - das schließt das Stadtgebiet und auch angrenzende Landkreise mit ein - vergraben und vor dem Bedecken mit Erdreich angezündet wurde“, teilten die Kieler Staatsanwaltschaft und die Polizeidirektion Kiel am Mittwoch mit. Der Tatverdacht gegen zwei 28 und 26 Jahre alte Männer aus Neumünster und Kappeln, die dem persönlichen Umfeld des Vermissten zuzurechnen seien, bestehe weiterhin.

Mit sieben Spürhunden sucht die Kripo auf einem 4000 Quadratmeter großen Areal am Stadtrand von Neumünster nach der Leiche des Studenten. Die morgens um 9 Uhr gestartete Suchaktion sei bis zum Mittag ohne Erfolg geblieben, werde aber noch fortgesetzt, sagte ein Polizeisprecher.

Das Auto des mutmaßlichen Opfers sowie ein Leihanhänger der Firma Voss spielen den Ermittlungen zufolge vermutlich eine wichtige Rolle. „Der Anhänger fällt ins Auge, weil er über eine grelle, postgelbe Plane verfügt“, betonten Polizei und Staatsanwaltschaft in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung. Der Anhänger wurde erst am 3. Januar in Neumünster im Bereich Wernershagener Weg/Weberstraße umgestürzt entdeckt.

Der Anhänger, der in einem Graben gefunden wurde.
Foto: Polizei
Der Anhänger, der in einem Graben gefunden wurde.
 

Die Polizei sucht Zeugen, die den Vermissten am Tag seines Verschwindens oder in den darauffolgenden Tagen gesehen haben. Außerdem hofft die Polizei auf Hinweise auf Nutzer und Abstellorte des Fahrzeuges von Linnemann nach dem 15. Dezember oder Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Anhänger gemacht haben.

Diese Auto des Verschwundenen wurde in Hamburg gefunden. Wer fuhr den Wagen dorthin?
Foto: Polizei
Diese Auto des Verschwundenen wurde in Hamburg gefunden. Wer fuhr den Wagen dorthin?
 

Georg Linnemann ist mit 1,92 Meter auffällig groß und wiegt 80 Kilogramm. Hinweise nimmt die Kripo Kiel unter 0431-160 3333 entgegen. Für Hinweise, die zum Auffinden der Leiche und zur Überführung des Täters oder der Täter führen, hat die Staatsanwaltschaft Kiel eine Belohnung in Höhe von 1500 Euro ausgelobt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert