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Verletzungen überschatten überflüssigen VfR-Auftritt in Bremen

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Fußball-Regionalliga Nord: Daniel Michalowski und Marco Schultz scheiden lädiert aus / Nur 60 Zuschauer sind dabei / FC Oberneuland verpasst Qualifikation für den DFB-Pokal

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erstellt am 21.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Bremen | Keine Musik, kaum ein Fan, aber dennoch eine ganze Menge Ordnungskräfte: Die Szenerie vor dem Abpfiff des sportlich bedeutungslosen Pflicht-Freundschaftsspiels in der Fußball-Regionalliga zwischen dem insolventen FC Oberneuland und dem VfR mutete surreal an.

"Jedes Wort, das über diese Partie verloren wird, ist eines zu viel", ließ Gästecoach Ervin Lamce kein gutes Haar an einer Begegnung, aus der er sogar noch "anderthalb Verletzte" (O-Ton) mitnahm. Daniel Michalowski und Marco Schultz schieden lädiert aus, mindestens Ersterer dürfte am kommenden Sonnabend das Saison-Halali auf St. Pauli als Aktiver verpassen. "Wenigstens haben wir nicht noch eine Gelbsperre mitgenommen", flüchtete sich Lamce in Galgenhumor. Mit Henrik Giese, Patrick Nagel und Christian Rave waren drei Akteure dabei, denen eine Verwarnung weh getan hätte. Die zwei anderen aus dem Quintett der "Vier-Gelbe-Karten-Rasensportler", André Bock und Finn Thomas, mussten krankheits- beziehungsweise verletzungsbedingt passen. "Es ist schade, dass wir kurz vor dem Saisonende solch ein Spiel noch erleben mussten, zumal beiden Vereinen nicht unerhebliche Kosten entstanden sind", verwies Lamce auf - in der Tat sinnlose - Ausgaben sowohl beim "blanken" FC Oberneuland als auch bei den Lila-Weißen. Letzteren hätte bei einem Nichtantritt eine Strafe von 1200 Euro gedroht. "Schlimm genug, dass man einen Tag vor dem Spiel da rüber nachdenken muss, ob man überhaupt antreten soll", schüttelte der VfR-Trainer den Kopf, während man bei den Bremern mutmaßlich darüber nachdachte, aus welchem leeren Säckel denn die anwesenden Security-Kräfte bezahlt werden sollen. In der Tageskasse jedenfalls kann nicht besonders viel "Moos" gewesen sein, waren doch alleine die rund zwei Dutzend VfR-Fans unter den 60 Zuschauern mit Freikarten aus dem in der Regionalliga obligatorischen Kontingent für den Gästeclub versorgt. Dass im Fan-Shop des FCO der Schal zum DFB-Pokalspiel der Bremer gegen Borussia Dortmund im vergangenen August für einen (!) Euro verramscht wurde, passte wunderbar ins Bild - war gleichwohl aber auch eine nette Gelegenheit, sich ein Souvenir-Schnäppchen mitzunehmen.

Eine sportliche Analyse indes wollte Lamce partout nicht vornehmen. "Es war für jeden von uns schwierig, sich für ein solches Spiel zu motivieren", räumte er ein. Mitleid zeigte er mit seinem Torhüter Hüsnü Özdemir, der von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde und selbst eine unglückliche Figur abgab. "Ein undankbarer Job für unseren Schlussmann", kommentierte Lamce und versprach Özdemir, am kommenden Sonnabend bei St. Pauli II noch einmal ran zu dürfen: "Dann darf er halt dort zu null spielen."

Am Rande des Sinnlos-Fußballspiels am Bremer Vinnenweg blieb - selbstverständlich - die Frage, ob und wie es beim Pleiteverein FC Oberneuland weitergehen wird. "Am Dienstag soll es Gespräche geben", verwies der Ex-Sylter Ber trand Bingana auf eine heutige Talkrunde im Villenviertel. Es ist sehr gut vorstellbar, dass in jener ein Abgesang eingeläutet wird, denn Oberneuland verpasste gestern die Qualifikation für den überlebenswichtigen DFB-Pokal. Das Bremer Landespokalfinale gegen die klassentiefere SG Aumund-Vegesack ging mit sage und schreibe 0:4 verloren.

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