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1300 Knöllchen : Verkehrsversuch in Neumünster: Sperre wird umkurvt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Chaos Verkehrsversuch: In Neumünster fahren Autos trotz zusätzlicher Betonpoller einfach über den Gehweg. Die Stadt schrieb schon mehr als 1300 Knöllchen am Großflecken.

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2013 | 18:13 Uhr

Neumünster | Man sollte meinen, dass die sogenannte Diagonalsperre an der Kreuzung Anschar-/Kloster- und Marienstraße wirkt. Doch auch hier werden die Barrieren umkurvt. Nicht nur Motorroller, auch Autos umfahren die Sperre einfach über den Gehweg.

„Die quetschen sich direkt bei uns an der Hauswand vorbei“, sagte Kirsten Schmidt von der gleichnamigen Glaserei an der Klosterstraße 39. Dabei hat die Stadt genau aus diesem Grund extra noch einen Betonpoller auf die ehemalige Grünfläche direkt bei der Glaserei gestellt. „Gegenüber wurde ein Schild einbetoniert, weil die Autofahrer es am Anfang einfach wegschoben. Autofahrer sind sehr findig“, sagte Neumünsters Verkehrsplaner Michael Köwer.

„Das ist sehr gefährlich für Fußgänger. Die Sicht ist schlecht“, sagte Köwer. Es gab auch schon einen Blechschaden. Am vergangenen Mittwoch touchierte ein Taxi beim Umfahren die Barriere. Die schwarzen Lackspuren am beschädigten Schild sind deutlich zu sehen.

Am Großflecken schreiben die Politessen weiter fleißig Knöllchen. Seit dem 5. August wurden schon mehr als 1300 Autofahrer erwischt, die das Durchfahrverbot missachteten. „Gut 300 haben das Verwarngeldangebot angenommen und gezahlt“, sagte Stadtsprecher Stephan Beitz. Dass sich kaum jemand an „Tempo 20“ hält, sieht auch Beitz als Problem. „Bei den Geschwindigkeitskontrollen haben zurzeit aber Schulen und Kitas Priorität“, so Beitz.

Einem weiteren Problem am Großflecken versucht die Stadt unorthodox beizukommen: Da die neu eingerichtete Ladezone immer wieder als vermeintlich kostenloser Parkstreifen missbraucht wurde, hat die Stadt zum einen den Taxenstand vergrößert. Zudem unterbricht die Außengastronomie einer Bäckereikette den Eindruck einer Parkfläche. „Wir sind auf die Firma Backfactory zugegangen und haben gebeten, dass das Geschäft dort auf dem Seitenstreifen sein Außenmobiliar einrichtet“, sagte Verkehrsplaner Michael Köwer.

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