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Stadtplanung : Verkehrslärm: Messungen kommen teuer zu stehen

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Verwaltung rät zu Alternativen zur Messstation / Finanzausschuss tagt am kommenden Mittwoch

Neumünster | Wie groß ist die Belastung durch Straßenlärm tatsächlich? Wie stark haben Seniorenheime, Kliniken und Schulen unter dem Krach vorbeidonnernder Lkw oder dem Dauerrauschen viel befahrener Durchgangsstraßen zu leiden? Welche Belastungen sind künftig zu erwarten ? – Um das herauszubekommen, hatte die Politik bereits Anfang vergangenen Jahres konkrete Messungen der Stadt angemahnt. Auf Initiative vom Bündnis für Bürger (BFB) beschloss der Bauausschuss damals gezielte Messungen, um daraus gegebenenfalls Schlüsse für die künftige Stadt- oder Verkehrsplanung zu ziehen. Aus Kostengründen, so hieß es damals, sollten die Schallmessungen durch die Stadt erfolgen, zumal dadurch ein schneller Standortwechsel und schnelle Resultate erzielbar seien.

Jetzt stellt sich allerdings heraus: Entsprechende Messungen gibt es keineswegs zum Nulltarif. In einer Vorlage für den nächste Woche tagenden Finanzausschuss rechnet die Stadt einmalige Kosten für die Einrichtung von drei Messstationen bis zu 50 000 Euro und laufende Kosten für Unterhalt und Betrieb von über 100 000 Euro vor. Allein die Personalkosten für einen qualifizierten Fachingenieur, der die Messungen überwacht und auswertet, schlagen danach mit rund 70 000 Euro per anno zu Buche. Die drei Messstationen selbst veranschlagt die Stadt mit 30 000 bis 45 000 Euro. Der Rest entfällt auf Software, Pflege und Wartung.

Vorsorglich verweist die Verwaltung auf die Schwierigkeiten der Lärmmessungen: So seien punktuelle Messungen bei der Frage nach der tatsächlichen Dauerbelastung nur wenig hilfreich. Auch technisch gibt es unerwartete Herausforderungen. So müssten bei der Auswertung etwa Geräusche, die mit dem Verkehr nichts zu tun haben, herausgefiltert werden, um zu belastbaren Ergebnissen zu kommen.

Die Stadt schlägt als Alternative zu den eigenen Messstationen daher vor, auf externe, teils bereits vorliegende Gutachten auszuweichen. Eine weitere Alternative, dem Wunsch nach genaueren Daten zur Lärmbelästigung nachzukommen, könnte darin bestehen, das für 2017 ohnehin vorgeschriebene Lärmkataster (hier werden die Daten berechnet) um wichtige Hauptverkehrsstraßen oder auch das komplette Straßennetz zu erweitern, schlägt die Stadtverwaltung vor. Der Vorteil dieser Methode: Es wären nicht nur punktuelle Auswertungen möglich, sondern auch die Auswirkungen durch die Verlagerung von Verkehrsströmen zu berechnen. Welches Verfahren zum Zuge kommen wird, entscheidet letztlich der Rat, voraussichtlich in seiner Sitzung am 15. September.

Weitere Themen im Finanzausschuss:

>Zwischenbericht zum Tourismus-Marketing

> Zukunft der Tourist-Information im DOC

> Halbjahresprognose der Haushaltsentwicklung >Förderung von Familienzentren

>Übersicht Personalbedarf in Kitas.

Der Finanzausschuss tagt am Mittwoch, 9. September, ab 17.30 Uhr im Neuen Rathaus.

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erstellt am 02.Sep.2015 | 16:00 Uhr

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