Neumünster : Verkehrskonzept: Radler sollen auf die Straße

Für Radfahrer in der Christianstraße wird es beim Auto-Slalom schnell gefährlich.
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Für Radfahrer in der Christianstraße wird es beim Auto-Slalom schnell gefährlich.

Beim Planungsausschuss am Mittwoch wurde ein erster Entwurf des Radverkehrskonzepts vorgestellt. Unter anderem könnten zwei Kilometer Fahrradstraßen entstehen.

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09. Februar 2018, 11:00 Uhr

Neumünster | Wenn Neumünster eine Fahrradstadt werden will, muss sich einiges tun. Das wird aus dem ersten Entwurf eines Radverkehrskonzepts klar, das Ingenieur Arne Rohkohl vom Wasser- und Verkehrskontor (WVK) beim Umwelt- und Planungsausschuss am Mittwoch vorgestellt hat. Für Unmut bei den Grünen und dem Bündnis für Bürger sorgte aber die Hauptmaßgabe, dass Radfahrer auf die Straße sollen.

Im Auftrag der Stadt hat das WVK die bestehenden Radwege in Hinblick auf Verkehrssicherheit, Zustand, Qualität und mögliche Verbesserungsmaßnahmen überprüft. „Wir haben rund 100 Abschnitte unter die Lupe genommen und daraus eine Prioritäten-Liste erstellt“, erklärte Rohkohl. Wie wichtig die Fahrradstrecken sind, bemesse sich zum einen daran, ob es Hauptrouten sind und wo besondere Unfallschwerpunkte sind. Der Ingenieur nannte zwei Beispiele: Der Bereich an der Bushaltestelle in der Kieler Straße Ecke Gutenbergstraße sei schlecht einzusehen, vor allem, wenn dort Busse halten. Auch in der Christianstraße zwischen Bismarckstraße und Parkstraße leben die Radfahrer gefährlich. „Rund 12 000 Autos fahren hier pro Tag, die Straße ist schmal, es gibt viele parkende Autos und das alles bei Tempo 50.“ Eine Lösung könnte sein, das Tempo dort auf 30 zu reduzieren und stadtauswärts einen Fahrradschutzstreifen zu errichten.

Der Entwurf sieht vor, insgesamt rund 40 Kilometer Schutzstreifen, sechs Kilometer Radfahrstreifen und zwei Kilometer Fahrradstraßen im Stadtgebiet zu errrichten. Eine Fahrradstraße könnte beispielsweise in der Straße Enenvelde entstehen.

Thomas Krampfer (Grüne) war der erste Entwurf zu sehr autoorientiert. Franka Dannheiser (SPD) kritisierte ihrerseits das undisziplinierte Verhalten der Radfahrer. „Das ist ein erster Plan, der Stadt und Politik sicher noch Jahre beschäftigen wird“, betonte Rohkohl.

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