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Rendsburger Strasse : Verkehrsinseln spalten die Gartenstadt

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Über die Querungshilfen auf der Rendsburger Straße wurde im Stadtteilbeirat kontrovers diskutiert. Die Abstimmung darüber wurde vertagt.

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erstellt am 22.Jan.2016 | 10:30 Uhr

Neumünster | Die Verkehrsinseln auf der Rendsburger Straße sorgen im Stadtteilbeirat Gartenstadt weiter für Gesprächsstoff. Eigentlich sollte auf der Sitzung über einen Antrag des Stadtteilvorstehers Martin Kriese (CDU) abgestimmt werden. Er hatte für ein Ende der Testphase plädiert. Kurt Feldmann-Jäger (SPD) ging das jedoch zu schnell. Er stellte einen Antrag auf Vertagung.

„Die Querungshilfen sind erst drei Monate im Einsatz, da ist es für eine Entscheidung viel zu früh. Das wäre ein Schnellschuss“, sagte Feldmann-Jäger auf Courier-Nachfrage. Heiß diskutiert wurde das Thema am Mittwochabend in der Gartenstadtschule dennoch. Feldmann-Jäger sprach sich eindeutig dafür aus, die im Oktober installierten Verkehrsinseln beizubehalten: „Man kann darüber streiten, ob drei Stück vorhanden sein müssen, aber zwischendurch muss es so etwas geben. Die Querungshilfen werden von den Bürgern genutzt, die sie als Hilfe brauchen.“

Wie häufig das der Fall ist, darüber herrschte im Beirat Uneinigkeit. „Natürlich gibt es Leute, die daraus Vorteile ziehen. Aber von der Häufigkeit betrachtet, erkenne ich, dass die Querungshilfen nicht genutzt werden. Stattdessen laufen die Fußgänger vier Meter vorher über die Straße“, sagte Martin Kriese und verwies auf den Sicherheitsaspekt: „Früher war es unkomfortabel, die Straße zu überqueren, weil man bis zur Ampel gehen musste. Jetzt ist es aber so, dass es Unfälle gibt. An diesem Punkt muss ich sagen, dass mir der Komfort einer Gruppe von Bürgern nicht so wichtig ist wie die Sicherheit.“

Betrachtet man die Unfallzahlen in diesem Bereich genauer, ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Ursprünglich war von drei Unfällen seit dem 6. Oktober die Rede. Polizeihauptkommissar Ingo Köhler erklärte jedoch, dass nur einer dieser Unfälle im direkten Zusammenhang mit den Verkehrsinseln stand: Eine Autofahrerin hatte sie im Dezember wegen der tiefstehenden Sonne übersehen und überfahren. „Ich möchte mir nicht vorstellen, wie die Situation ausgegangen wäre, wenn dort jemand gestanden hätte“, sagte Köhler, der wie seine Kollegen festgestellt hat, dass die Inseln kaum genutzt werden: „Die Leute gehen daran vorbei, aber nicht darüber.“

In die gleiche Kerbe schlug auch eine Anwohnerin: „Viele Leute gehen einfach über die Straße. Sie haben es 30 Jahre so gemacht, und sie werden es auch weiterhin so machen.“ Eine andere Gartenstädterin sprach sich aber deutlich gegen eine Abschaffung der Querungshilfen aus: „Natürlich kann man die Ampel nehmen, aber den älteren Bürgern fällt ein solcher Umweg häufig schwer.“

Beiratsmitglied Steffen Druschke (CDU) sieht in den Querungshilfen dagegen eine Gefahr für den fließenden Verkehr: „Letztens ist mir fast jemand ins Auto gefahren. Besonders die Leute, die von außerhalb kommen, sehen die Verkehrsinseln zu spät und ziehen dann panisch rechts rüber.“

Um mehr Aufmerksamkeit auf die Querungshilfen zu lenken, könnte ein Hinweisschild nützlich sein, regte Kurt Feldmann-Jäger an. An der Segeberger Straße in Gadeland ist ein solches Schild mit einem Blinklicht bereits im Einsatz. Auch dort wird kontrovers über den Sinn der Verkehrsinseln diskutiert.

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