Kreuzung in Neumünster : Verkehrsbehörde: „Es gibt keine Gefahr“

Maren Kanz wohnt an der Uferstraße in Einfeld. Wenn die 81-Jährige mit ihrem Rollator zum Einkaufen will, muss sie die Dorfstraße überqueren. Das wird durch den zunehmenden Verkehr, gerade auch mit Lastern und Treckern, immer schwieriger. Doch die Stadt lehnt hier Tempo 30 ab.
Maren Kanz wohnt an der Uferstraße in Einfeld. Wenn die 81-Jährige mit ihrem Rollator zum Einkaufen will, muss sie die Dorfstraße überqueren. Das wird durch den zunehmenden Verkehr, gerade auch mit Lastern und Treckern, immer schwieriger. Doch die Stadt lehnt hier Tempo 30 ab.

Die Stadt weist Kritik des Stadtteilbeirats Einfeld zur Kreuzung Dorfstraße / Roschdohler Weg / Looper Weg zurück und prüft einen Kreisverkehr.

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12. Dezember 2017, 08:30 Uhr

Neumünster | Die Stadt hat Kritik des Einfelder Stadtteilbeirates an der Entscheidung gegen Tempo 30 im Bereich der Kreuzung Dorfstraße/ Looper Weg/Roschdohler Weg zurückgewiesen. „Die Anordnung einer Geschwindigkeitsbegrenzung als Eingriff in den fließenden Verkehr bedarf immer einer besonderen Gefahrenlage entsprechend der Straßenverkehrsordnung. Das bedeutet, dass nur bei einer das allgemeine Risiko erheblich übersteigenden Gefahrenlage die Straßenverkehrsbehörde zum Eingriff legitimiert ist“, schreibt die Abteilung Straßenverkehrsangelegenheiten in einer Stellungnahme.

Einfelds Stadtteilvorsteher Sven Radestock hatte moniert, die Stadt entscheide „am grünen Tisch“. Es sei das altbekannte Motto: „Reale kritische Situationen und Beinahe-Unfälle reichen nicht – es muss erst wirklich etwas passieren“, so Radestock (der Courier berichtete). Das weist die Stadt entschieden zurück. Die Prüfung orientiere sich an objektiven Gegebenheiten. „Diese weichen vom subjektiven Empfinden für Verkehrssicherheit oftmals ab. Es wäre jedoch fatal, würde sich die Verkehrsbehörde in ihrer Entscheidung von subjektiven Einschätzungen leiten lassen“, heißt es in dem Schreiben weiter. Die Verkehrsbehörde stehe bei der Prüfung in engem Austausch mit der Polizeidirektion und mit den örtlichen Polizeistationen. „Wir ziehen Unfallstatistiken heran, besprechen derartige Eingaben mit dem Straßenbaulastträger, der Verkehrsüberwachung, Verkehrsplanung, Vertretern der Polizeidirektion und des Technischen Betriebszentrums. Weiterhin spielen die örtlichen Besonderheiten eine Rolle, die durch Ortsbegehungen in Augenschein genommen werden“, so das Verkehrsamt.

Zwingend geboten sei ein Verkehrszeichen nur dann, wenn es die „zur Gefahrenabwehr unbedingt erforderliche und allein in Betracht kommende Maßnahme“ sei. Es müsse in jedem Fall einen sicheren und geordneten Verkehrsablauf gewährleisten. „Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze und nach mehrfacher sorgfältiger Prüfung vor Ort aller Gesichtspunkte liegt eine solche vom Gesetzgeber geforderte Gefahrenlage hier nicht vor“, heißt es abschließend. Ebenso sei der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Kiel eingebunden gewesen und habe das Ergebnis bestätigt.

Es gibt jedoch für die Einfelder einen Hoffnungsschimmer. Die Stadtplanung weist in einer eigenen Stellungnahme darauf hin, aktuell werde das Radverkehrskonzept für Neumünster erstellt. Tatsächlich weise „der Knotenpunkt“ an der Kreuzung Dorfstraße/Looper Weg/Roschdohler Weg/ Uferstraße hinsichtlich der Radverkehrs- und Fußgängerführung Schwachstellen auf. Die Verwaltung prüfe daher, inwiefern mit baulichen Maßnahmen die Verkehrssicherheit verbessert werden kann. „Dabei wird auch der Umbau zu einem Kreisverkehr bzw. einem Minikreisverkehr in Betracht mit einbezogen.“

Mit ersten Ergebnissen sei im Laufe des Jahres 2018 zu rechnen. Der Stadtteilbeirat Einfeld werde zu gegebener Zeit beteiligt.

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