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Neues aus dem Tierpark : Verjüngungskur soll mehr Gäste anlocken

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Bestand im Tierpark ist überaltert, nun kommen neue Arten. Die Besucherzahl ist im vergangenen Jahr gesunken, aber es gab deutlich mehr Spenden.

shz.de von
erstellt am 03.Jan.2016 | 16:14 Uhr

Neumünster | Auf dem ehemaligen Wolfsgelände tummeln sich schon länger Dingos, die letzte Braunbärin ist weit über 30 Jahre alt und das Gehege der Elche – immerhin das Wappentier des Tierparks – ist seit Monaten verwaist. „Unser Bestand ist überaltert“, sagt die zoologische Leiterin der Einrichtung, Verena Kaspari. Neben dem schlechten Wetter im Sommer ist das für sie auch der Hauptgrund für den Besucherrückgang im vergangenen Jahr. 152 500 zahlende Gäste wollten die rund 700 Tiere aus 136 Arten im Stadtwald sehen, 12 000 weniger als 2014 – und das, obwohl es Ostern mit über 10 000 Besuchern einen Rekord gab. Nun sollen eine Verjüngungskur und neue Arten auch neue Gäste anlocken.

Schon Ende vergangenen Jahres kamen gleich dutzende neuer Bewohner, darunter der junge Ziegenbock Konrad aus Hagenbecks Tierpark, die Fischotter Finja und Franjo, ein Polarfuchs aus Dithmarschen, der Wildkatzenkater Leopold aus Bayern oder die zwei handzahmen Göttinger Minischweine Kalle und Borsti. Ein junger Rentier-Hirsch aus Rostock und endlich wieder ein Elch-Bulle aus Suhl sollen in den kommenden Wochen folgen. Als neue Tierart werden die bedrohten Kaiserschnurrbart-Tamarine aus Südamerika in die ehemalige Liszt-Affenanlage ziehen. „Wir stellen auch neue Zuchtpaare zusammen“, sagt Verena Kaspari, die insgesamt mit dem Jahresabschluss dennoch zufrieden ist.

Denn der Absatz an Jahreskarten stieg ebenso von 664 auf 685 wie die Spendensumme von knapp 25  000 auf rund 27  000 Euro. Und: Es gab 2014 viele nicht unerhebliche Erbschaften. „Mit dem Geld können wir dringend notwendige Modernisierungen bezahlen“, erklärt die Tierpark-Chefin. Vor allem die Gehege sollen weiter ausgebessert und neu strukturiert werden, so wie die Stachelschwein-Anlage, die vergrößert wurde und deren Umbau kurz vor dem Abschluss steht. Wenn der letzte Braunbär stirbt, könnte das Eisbären-Gehege deutlich vergrößert werden. „Natürlich wollen wir weiterhin für Kap eine Partnerin. Aber ihm geht es gut. Er ist wie viele weitere Tiere im Training und schon deutlich ruhiger geworden“, sagt Verena Kaspari.

Das letzte Rotwild wird in diesem Jahr aus dem Park verschwinden. Hier ist eine neue begehbare Anlage vorgesehen, für welche Tierart steht aber noch nicht fest. Vom Tisch sind dagegen die noch von ihrem Vorgänger Dr. Peter Drüwa verfolgten Pläne einer Sittich-Voliere und einer Menagerie am Teich. Auch der Spielplatz soll wieder attraktiver werden. So ist zum Beispiel eine neue Rutsche in Planung. Neubauten oder größere Anschaffungen lässt das Budget nicht zu.

Dafür soll die Zusammenarbeit mit den Schulen in Neumünster deutlich intensiviert werden. In Planung ist ein pädagogisches Konzept mit Rallye, das die Lehrer abrufen können. „Bisher kommen die Klassen einfach in den Park, die Lehrer trinken einen Kaffee und die Schüler ziehen gelangweilt über die Wege“, sagt Verena Kaspari. Daher steht der Bildungsanspruch getreu dem Motto „Bildung durch Emotionen“ 2016 als Schwerpunkt fest.

Welche neue, etwas exotischere Wolfsart künftig das Wolfsgehege besetzen wird, gibt Verena Kaspari bei der Mitgliederversammlung der Tierpark-Vereinigung am Montag, 14. März, um 19 Uhr im Bistrorant bekannt.

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