OB-Wahl : „Verflixt, die Wähler sind nicht gekommen!“

Trostspenderin: SPD-Parteichefin Kirsten Eickhoff-Weber (links) nahm Elke Christina Roeder nach der Niederlage in den Arm. Die Kandidatin treffe keine Schuld stellte Kirsten Eickhoff-Weber noch am Abend klar.
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Trostspenderin: SPD-Parteichefin Kirsten Eickhoff-Weber (links) nahm Elke Christina Roeder nach der Niederlage in den Arm. Die Kandidatin treffe keine Schuld stellte Kirsten Eickhoff-Weber noch am Abend klar.

Große Enttäuschung bei der SPD nach der überraschend hohen Niederlage von Elke Christina Roeder.

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11. Mai 2015, 09:00 Uhr

Neumünster | Es hat nicht sollen sein: Die Enttäuschung stand den Genossen schon wenige Minuten nach Schließung der Wahllokale ins Gesicht geschrieben: Ausgerechnet Faldera – üblicherweise (oder früher?) eine sichere Hochburg der SPD – fiel als erster Wahlbezirk gegen 18.11 Uhr gleich mit beachtlichen 55,8 Prozent an den Konkurrenten. Nur 39,9 Prozent für die SPD in einem der sicher geglaubten Bezirke! Das konnte nichts Gutes verheißen – und so blieb es bis zum letzten Wahlbezirk.

Nach vier ausgezählten Bezirken lag die eigene Kandidatin Elke Christina Roeder mit knapp 35 Prozent zurück. Der Applaus der Gegenseite im Sitzungszimmer des Rathauses, in dem die Ergebnisse aus den Wahlbezirken nach und nach einliefen, klang immer überzeugter, während es an den Stehtischen der SPD immer stiller wurde. Ratsfrau Franka Dannheiser war nach 35 ausgezählten Bezirken eine der Ersten, die sich einen Ruck gab und die Niederlage einräumte: „Da ist nichts mehr drin!“ Eine erste Erklärung hatte sie auch gleich parat: „Verflixt, die Wähler sind nicht zur Wahl gegangen!“

Die Enttäuschung über den Ausgang trifft die Genossen umso tiefer, da das Gefühl weit optimistischer war: „Die Stimmung in den vergangenen Wochen war eine ganz andere“ , räumt etwa der frühere SPD-Fraktionschef Andreas Hering ein, der ein wenig ratlos schien: „Wir hatten einen engagierten Wahlkampf, eine tolle Kandidatin, und gravierende Fehler kann ich nicht erkennen“, fasste Hering zusammen.

Tief betroffen zeigte sich auch SPD-Parteichefin Kirsten Eickhoff-Weber: Die Partei und ihre Mitglieder hätten sich im Wahlkampf auch deshalb so ins Zeug geworfen, „weil wir eine Kandidatin hatten, von der wir alle überzeugt waren und sind“ – so versuchte sie, die schwer enttäuschte Elke Christina Roeder zu trösten.

Die Kandidatin selbst mochte gestern Abend nach ihrer Niederlage noch keine Wahlanalyse betreiben. Nur soviel: Wenn zwei Drittel der Wähler nicht mehr zur Wahl gingen, sei das ein alarmierendes Zeichen für alle Politiker. Woran das gelegen habe, müsse man jetzt in Ruhe erkunden, sagte Roeder.

Ob sie ihre weitere Zukunft in Neumünster sehe, wollte die Neu-Neumünsteranerin Elke Christina Roeder am Wahlabend noch nicht verraten: „Darüber mache ich mir frühestens ab morgen Gedanken.“

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