Ruthenberg : Verein Openhaart bleibt zunächst an der Slevogtstraße

Sie finden „ihre“ Baracke cool: Lea (8, von links), Celina (12), Franciska (9), Ayham (14), Alan (14) und Anmar (14) besuchen den Kinder- und Jugendclub von Roman Wagner, der immer mittwochs stattfindet.
1 von 2
Sie finden „ihre“ Baracke cool: Lea (8, von links), Celina (12), Franciska (9), Ayham (14), Alan (14) und Anmar (14) besuchen den Kinder- und Jugendclub von Roman Wagner, der immer mittwochs stattfindet.

Die SPD stellt einen Beschluss des Planungs- und Umweltausschusses zum Abriss des ehemaligen Freizeitheims an der Slevogtstraße in Frage.

von
09. März 2017, 08:30 Uhr

Neumünster | Die Zukunft des Vereins Openhaart im ehemaligen Jugendfreizeitheim an der Slevogtstraße 31 ist offenbar für dieses Jahr gesichert.   „Wir werden mindestens noch weitere neun Monate hier bleiben“, verkündete gestern der Vorsitzende Roman Wagner. Auch nach dem geplanten Abriss der Baracke, die seit  25 Jahren in Ruthenberg steht, will der Verein am jetzigen Standort an  der sogenannten Ruthenberger Wiese bleiben. Openhaart ist in der Kinder- und Jugendhilfe, Bildung sowie der Flüchtlingsbetreuung tätig.

Möglicherweise kommt er dann  in einem neuen Bürgertreff unter. Einen entsprechenden Vorschlag machte gestern der stellvertretende  Vorsitzende des Stadtverbandes der Arbeiterwohlfahrt (Awo), Volker Andresen, der auch Vorsitzender der SPD-Rathausfraktion ist.  Openhaart ist als eingetragener Verein kooperatives Mitglied des Awo-Kreisverbands und erhält jährlich 6000 Euro Zuschuss von der Stadt (der Courier berichtete). Andresen hält einen vom Planungs- und Umweltausschuss am 2. Februar mit knapper Mehrheit getroffenen Beschluss auf Nutzungsänderung für das Grundstück lediglich für einen Prüfauftrag an die Verwaltung, der „mit einer Zufallsmehrheit“ getroffen wurde. Das Gremium hatte sich  als endgültig entscheidende Stelle mit 6 zu 5 Stimmen für den Neubau von seniorengerechten und barrierefreien Wohnungen ausgesprochen und war damit einer Empfehlung des Stadtteilbeirates unter Stadtteilvorsteher Uwe Holtz (SPD) gefolgt (der Courier berichtete).

„Dahinter steht die SPD-Ratsfraktion aber nicht. Wir wollen, dass Openhaart hier bleibt“, sagte Andresen. Mit Hilfe der Sozialdemokraten und möglichst weiterer Ratsfraktion will der Verein nun einen neuen politischen Antrag formulieren, der dann in der Ratsversammlung abgestimmt werden soll. Denn: „Der Jugendhilfeausschuss zum Beispiel wurde dazu noch gar nicht gehört“, sagte Andresen und fügte an: „Außerdem wird eine Änderung des Bebauungsplans, wie sie für den Neubau von Stadtvillen nötig ist, mindestens zwei Jahre dauern.“ Die Verwaltung hatte einen entsprechenden Vorschlag gemacht.

Openhaart vergrößert unterdessen sein Netzwerk und will weitere Projekte starten. So soll es  zum Thema Internet und Digitalisierung eine Zusammenarbeit mit dem  so genannten Bildungscluster Open Campus aus Kiel geben. Mit der Elly-Heuss-Knapp-Schule ist die Teilnahme am bundesweiten Mentorenprogramm „Balu und Du“ geplant, bei dem angehende Erzieher sich um Grundschulkinder aus sozial schwachen Familien kümmern.  Sie helfen ihnen zum Beispiel bei der  aktiven Freizeitgestaltung, sich in der Gesellschaft zu entwickeln und zu lernen, wie man die Herausforderungen des Alltags erfolgreich meistern kann.

Für die Zeit  nach dem Abriss der Baracke bis zur Fertigstellung eines Neubaus sucht der Verein  derzeit eine neue Unterkunft im Quartier. „Wir haben uns schon sechs mögliche Alternativen angesehen“, sagte Roman  Wagner. Ende dieses Monats soll auf einer Jahresversammlung  zudem ein neuer Vorstand gewählt werden.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen