Vicelinstrasse : Verein hilft Rumänen und Bulgaren

Der Vereinsgründer Ayham Gökmen (links) hält gemeinsam mit Ibrahim Ortacer (Forum der Vielfalt, Mitte) und OB Dr. Olaf Tauras die Fahnen von Neumünster, Bulgarien und Europa.
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Der Vereinsgründer Ayham Gökmen (links) hält gemeinsam mit Ibrahim Ortacer (Forum der Vielfalt, Mitte) und OB Dr. Olaf Tauras die Fahnen von Neumünster, Bulgarien und Europa.

Mit diversen Angeboten sollen EU-Zuwanderer in den Räumen an der Vicelinstraße 17 unterstützt werden.

shz.de von
04. Mai 2015, 08:00 Uhr

Neumünster | Seit 2011 kamen rund 1000 EU-Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien. „Viele sind auch wieder zurückgezogen oder woanders hin, aber viele sprechen kein Deutsch und wissen vieles nicht“, sagt Ibrahim Ortacer vom Forum der Vielfalt. Daher hat sich jetzt der Deutsch-Bulgarische-Rumänische Freundschaftsverein gegründet, der diesen Menschen mit diversen Angeboten helfen möchte. Am Montagabend wurden die Räume an der Vicelinstraße 17 offiziell eingeweiht.

Der Verein wurde von Ayham Gökmen (49) gegründet, der als Dolmetscher in der Stadt arbeitet; Vorsitzender ist Yashko Hasan. „Viele wissen nicht, wo es Hilfe gibt, dass man sozialversichert sein muss oder welche Behördengänge nötig sind“, erklärt der Neumünsteraner mit türkischen Wurzeln, der die Probleme aus eigener Anschauung kennt aus der Zeit, als er vor vielen Jahren nach Deutschland kam. Es fand bereits eine Informationsveranstaltung mit Migrationsberatern verschiedener Organisationen statt; in den Vereinsräumen ist beispielsweise regelmäßiger Deutsch-Unterricht geplant. Dieser soll eine Ergänzung zu den Kursen der VHS im Bildungszentrum oder der Awo sein und den Menschen helfen, sich im Alltag besser zurecht zu finden. Angeboten wird auch die Begleitung bei Behördengängen wie beispielsweise zum Arbeitsamt oder beim Anmieten einer Wohnung, Hilfe bei der Einschulung der Kinder, die Unterstützung schwangerer Frauen und ein Schreibbüro, um Briefe und Formulare korrekt auszufüllen. Auch Kontakte zu Sportvereinen sollen geknüpft werden und zur Jugendfeuerwehr, um die Integration der Kinder auf möglichst breite Füße zu stellen.

Anwesend waren zur Einweihung Mitglieder des Forums der Vielfalt, Migrationsberater und Vertreter verschiedener Organisationen wie beispielsweise Maike Enge, Vorsitzende der Frauen-Union. „Der wichtigste Aspekt ist die Bildung, der Zugang zur Sprache. Durch Sprache öffnet sich die Welt“, sagt sie. Henning Möbius vom Runden Tisch für Toleranz und Demokratie erinnerte sich an die Zeiten, als die ersten Türken ankamen: „Sie gingen ein Risiko ein, sie hatten keinen Verein, waren allein. Es ist wichtig und toll, dass dieser Verein gegründet wird. Doch wir brauchen auch deutsche Bürger, damit hier etwas zusammenwächst“, sagte Möbius.

Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras freute sich über diese Initiative: „Hier gibt es über 120 Nationen. Diese Vielfalt macht die Stärke dieser Stadt aus. Dieser Verein ist ein Zeichen der modernen Bürgergesellschaft, in der Menschen ihre Interessen bündeln. Es ist schön und richtig, dass dieser Verein den Ankömmlingen hilft, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren.“

Wer spenden oder helfen möchte, beispielsweise bei den Deutschkursen, wird gebeten, sich mit Ayham Gökmen, dem Sprecher des Vereins, in Verbindung zu setzen: Tel. 0170 / 36  801  09; E-Mail: earthpresident@hotmail.de.

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