Jugendbande : Vandalen verwüsten die Vicelinkirche

Die Krippenfiguren von Maria und dem Christuskind machten die Täter ebenso kaputt wie einen Stuhl.
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Die Krippenfiguren von Maria und dem Christuskind machten die Täter ebenso kaputt wie einen Stuhl.

Die Sachbeschädigungen gehen auf das Konto einer Jugendgang. Die Polizei ist machtlos.

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30. Dezember 2014, 05:30 Uhr

Neumünster | Ihnen ist nichts mehr heilig: Eine Bande von drei bis fünf Jugendlichen in wechselnder Besetzung hält seit September die Polizei in Neumünster auf Trab. Über die Weihnachtsfeiertage drangen die 15- bis 17-Jährigen nicht nur in den Lokschuppen ein und verschütteten dort Farbe auf neuen Lampen, sie zerstörten auch Mobiliar und Krippenfiguren in der Vicelinkirche. Die Polizei ist machtlos.

Bereits am Mittag des 24. Dezember bemerkte Pastor Gerson Seiß, dass Vandalen in die Vicelinkirche eingedrungen waren. Am Taufbecken entdeckte er mehrere kaputte Krippenfiguren, darunter Maria und das Christuskind. Vor dem Altar lag ein Pappbecher in einer Kakao-Pfütze. Auch die aufgeschlagene Bibel war durchtränkt mit Kakao. Ins Gästebuch hatten die Jugendlichen ein Hakenkreuz geschmiert.

Noch schlimmer wüteten sie einen Tag später. Mit roher Gewalt wurden Stühle und Sitzbänke in dem Gotteshaus zerbrochen. Auch in der benachbarten Tiefgarage von Edeka Grümmer gingen sie ans Werk, beschädigten einen Feuerlöscher. Am Sonntag flogen dann Ziegelsteine durch die Kirchenfenster. Der Sachschaden beträgt mehrere tausend Euro. „Das kann man natürlich alles reparieren, aber es ist auch ein ideeller Schaden entstanden“, sagt Pastor Seiß bitter. Im Gottesdienst am Sonntag wurde die Kollekte für die Neuanschaffung der Figuren gesammelt.

Die Polizei konnte die Täter zwar immer wieder schnappen, musste sie aber wegen Geringfügigkeit laufen lassen. „Es sind keine schweren Straftaten. Uns sind die Hände gebunden. Wir versuchen, über das Jugendamt, die Eltern und Platzverweise an die Jugendlichen heranzukommen. Das hat bisher leider nicht funktioniert“, sagt Polizeisprecher Sönke Hinrichs.

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