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Führungswechsel : Uwe Döring neuer SPD-Fraktionschef

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Der Spitzenkandidat zur Kommunalwahl will die Ratsversammlungen politischer machen. Andreas Hering tritt aus beruflichen Gründen zurück.

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 07:31 Uhr

Neumünster | Der Führungswechsel an der Spitze der SPD-Fraktion ist vollzogen. Andreas Hering verzichtete aus beruflichen Gründen auf eine erneute Kandidatur. Sein Nachfolger war bereits sein Vor-Vorgänger als Fraktionsvorsitzender: Uwe Döring (66), Spitzenkandidat der SPD zur Kommunalwahl, wurde am Montagabend mit zwölf Stimmen zum neuen Fraktionschef gewählt. Es gab zwei Gegenstimmen.

"Mit diesem Ergebnis kann ich gut leben", erklärt Döring, der dieses Amt bereits von 1991 bis Ende 1998 inne hatte - bevor er Staatssekretär und später auch Minister in der Landesregierung wurde. Zwei Jahre lang leitete dann Antje Klein die SPD-Fraktion in der Ratsversammlung. Im Oktober 2000 wurde Andreas Hering mit gerade einmal 31 Jahren zum jüngsten Fraktionschef gewählt, den die SPD in der Stadt je hatte.

Hering lobt seinen väterlichen Parteifreund Döring: "Ich habe viel von ihm gelernt." Für den Abschied nach zwölfeinhalb Jahren gibt er berufliche Gründe an. "Als Vorstandsreferent bei der AOK Nordwest bin ich viel im Rheinland, in Westfalen und in Berlin unterwegs." Das lasse sich mit der anstrengenden Tätigkeit an der Fraktionsspitze nicht mehr vereinbaren, erklärt Hering. Er lässt aber keinen Zweifel daran, dass er weiterhin als SPD-Ratsherr engagiert mitarbeiten will.

Uwe Döring hatte sich zur Rückkehr in den Rat und an die Fraktionsspitze entschlossen, weil er den "Politikwechsel" anschieben will. "Das brennt mir unter den Nägeln. Wir können nicht so weitermachen wie bisher. Wir müssen, auch in der eigenen Partei, die Rituale durchbrechen", sagt Döring mit Blick auf die schwache Wahlbeteiligung, die zuletzt unter 40 Prozent lag.

Nach seinen Vorstellungen müssen die Ratssitzungen wieder politischer werden, die Grundsätze dürfen nicht allein von der Verwaltung bestimmt werden. Eine wichtige Frage ist für ihn auch der Umgang mit dem NPD-Vertreter. "Offen auf ihn zugehen", wie es Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek (CDU) angekündigt hatte, lehnt Döring strikt ab. "Das darf man nicht. Er ist kein Demokrat."

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