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Abenteuer in Amerika : US-Feuerwehrmann für 24 Stunden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Sven Krüger (32) aus Gadeland durfte in Fredericksburg einen Tag und eine Nacht Kollegen bei Einsätzen im US-Bundesstaat Virginia unterstützen.

shz.de von
erstellt am 10.Jun.2015 | 17:00 Uhr

Neumünster | Sirenen heulen, riesige rot-weiße Feuerwehrautos rasen mit roten Blitzsignalen über den Highway, coole Feuerwehrmänner mit Sonnenbrillen springen aus den Trucks: Was Deutsche vielleicht lediglich aus der Fernsehserie „Chicago Fire“ kennen, wurde für Sven Krüger (32) aus Gadeland jetzt Wirklichkeit. Für 24 Stunden durfte der Laser-Schweißtechniker in der knapp 40  000 Einwohner zählenden Stadt Fredericksburg im US-Bundesstaat Virginia die Einsatzkräfte der dortigen Berufsfeuerwehr unterstützen. Für den Hauptlöschmeister und Gruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Gadeland war das ein unvergessliches Erlebnis.

Durch Zufall lernten er und seine Freundin Nadja Christophersen (30) bei einer Reise an die US-Ostküste 2013 den Feuerwehr-Chef von Fredericksburg kennen. „Wir fuhren an der Wache vorbei und die Tore waren offen. Da habe ich Fotos gemacht. Mit einem Mal kam der Fire-Marshall an und lud mich zu einer Besichtigung ein“, erzählt Sven Krüger. Schnell entstand eine Freundschaft und die Idee, eine Schicht bei den „Firefightern“ in Übersee mitzumachen. Beim letzten Urlaub im Mai war es dann soweit. „Ich musste vorab nur meinen Feuerwehrausweis faxen, das reichte aus“, sagt Sven Krüger schmunzelnd mit Blick auf die deutsche Bürokratie.

Sein großer Tag war der 5. Mai. Um 7 Uhr morgens trat er den 24-Stunden-Dienst auf dem „Engine 1“, dem ersten Löschfahrzeug der Berufsfeuerwehr Fredericksburg an. Sofort merkte Sven Krüger einige Unterschiede. „Die Pumpe war deutlich umfangreicher, das Schlauchsystem ein komplett anderes und mit Verteilern arbeiten die amerikanischen Kollegen nur selten.“ Auffällig auch: Die Feuerwehr in den USA orientiert sich in Technik, Organisation und Taktiken an der weit verbreiteten Holzbauweise von Häusern. Obwohl die amerikanischen Feuerwehrautos geräumiger und größer als die deutschen sind, fahren bei einem Einsatz nur drei Helfer mit. In Deutschland sind es in der Regel neun. „Die guckten mich nur sprachlos an als ich erzählte, dass ich hier mit acht Kollegen ausrücke“, sagt Sven Krüger.

Einen Praktikantenbonus bekam er nicht. Bei den Einsätzen musste er richtig mit ran. „Wir hatten einen Müllcontainer-Brand und einige medizinische Notfälle, zum Glück aber nichts wirklich Ernstes. Es gibt nämlich nur einen Krankenwagen und wenn der belegt ist, kommt die Feuerwehr.“ Während des Tages unterstützte Sven Krüger zudem den vorbeugenden Brandschutz, fuhr mit den Kollegen zu Firmen und in Büros. „Die Schicht war richtig klasse und ein beeindruckendes Erlebnis. Ich habe vieles gelernt und wurde richtig toll aufgenommen“, bilanziert er.

Als Andenken an die Schicht erhielt der Gadelander ein T-Shirt, ein Armbändchen und einen von allen Kollegen unterschriebenen Tür-Keil.

 

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