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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2017 | 01:50 Uhr

Arbeitsgericht : Urteile sind eher die Ausnahme

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Direktorin Dagmar Raasch-Sievert verabschiedete ehrenamtliche Beisitzer am Arbeitsgericht

von
erstellt am 15.Feb.2014 | 07:45 Uhr

Es ist ein reines Ehrenamt, und Alfred von Dollen (63) verzichtet sogar auf den ihm zustehenden Ersatz für Verdienstausfall und Fahrspesen. Der Geschäftsführer des Friedrich-Ebert-Krankenhauses gehörte zu den gut 30 ehrenamtlichen Beisitzern am Arbeitsgericht, die jetzt mit einem kleinen Empfang von Gerichtsdirektorin Dagmar Raasch-Sievert verabschiedet wurden.

„Wir sind keine Schöffen, sondern als Beisitzer eher Sachverständige“, sagte Norbert Vahl (59) aus Uetersen. Der Betriebsratsvorsitzende des DRK im Kreis Segeberg war fünf Jahre lang als Vertreter der Arbeitnehmerseite ehrenamtlicher Arbeitsrichter. Das Arbeitsgericht an der Gartenstraße ist nicht nur für die Stadt Neumünster, sondern auch den Kreis Segeberg zuständig. Die vier Berufsrichter werden hier von 90 Ehrenamtlern unterstützt, die den „Profi“ durchaus überstimmen können. Das Richter-Trio besteht immer aus dem Berufsrichter und je einem von den Arbeitsgeberverbänden und Gewerkschaften benannten Beisitzer.

„Zu dritt kommt man auf mehr Gedanken und Argumente“, wusste Dagmar Raasch-Sievert den Beitrag der Laienkollegen zu würdigen. „Man muss kein Jurist sein, betriebliche Erfahrung sollte aber vorhanden sein“, sagte von Dollen, der nach drei Amtsperioden zum Landesarbeitsgericht nach Kiel wechselt. „Das ist sozusagen der Aufstieg in die nächste Liga“, scherzte er und gestand: „Mir hat das immer viel Spaß gemacht, auch wenn der Tag im Eimer war. Ich habe dabei viel gelernt für den eigenen Betrieb.“ Gert Wäthje (52) war bis zur Schließung 2012 Betriebsratsvorsitzender bei Stock-Guss und fand die Aufgabe interessant. „Fast immer ging es um Kündigungsschutzklagen, mit denen wir ja selbst bei Stock zu tun hatten“, sagte er. Meist kam es zum Vergleich, das heißt, das Arbeitsverhältnis endete mit einer Abfindung. In der Tat sind Urteile eher die Ausnahme, bestätigte Dagmar Raasch-Sievert. Die Quote liegt bei gerade einmal acht Prozent, im Rest der Fälle endet das Verfahren in einem Vergleich.

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