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Holsteinischer Courier

22. August 2017 | 07:31 Uhr

„Urknall oder Gottes Schöpfung“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schleswig-Holsteinischer Heimatbund lud zu einem Vortrag über die Sternwarte In Neumünster

„Dass wir in unserer Stadt eine Sternwarte haben, und noch dazu eine besonders gut ausgestattete, ist längst nicht allen Neumünsteranern bekannt“, stellte Jens Kay in seiner Begrüßungsrede am Montagabend fest. Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund, Ortsverein Neumünster, habe deshalb entschieden, die ehrenamtliche Arbeit der VHS-Sternwarte einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen und den Vortrag „Urknall oder Gottes Schöpfung“ in sein diesjähriges Veranstaltungsprogramm aufzunehmen, erklärte der 1. Vorsitzende des Ortsvereins.

„Kein trockener Abriss der Geschichte, vielmehr ein spannender Vortrag über die Frage nach dem Ursprung allen Lebens erwartet Sie heute Abend“, versprach Jens Kay den 70 Besuchern im Tagungsraum „Galerie“ des Restaurants Johann & Amalia in der Stadthalle. Kay sollte Recht behalten: Gut eine Stunde lauschte das Publikum äußerst aufmerksam dem Vortrag „Urknall oder Gottes Schöpfung“ von Marco Ludwig. Mit Ludwig hatte der Ortsverein nicht nur einen leidenschaftlichen Amateurastronomen als Referenten gewinnen können; der Leiter der Sternwarte zeichnet sich zudem als eloquenter Redner aus, dem es gelang, selbst wissenschaftlich komplizierte Sachverhalte verständlich darzulegen und sein Publikum mit ungewöhnlichen Bildern und großem Fachwissen zum Staunen zu bringen.

„Meine große Leidenschaft gehört heute der Astronomie“, wandte sich Ludwig an die Besucher. „Als Jugendlicher war ich in der Vicelin-Kirchengemeinde aktiv und habe dort das 1. Buch Mose kennengelernt. ,Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war wüst und wirr, ... Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht...‘ heißt es in der Schöpfungsgeschichte. Die alttestamentliche Schrift entspricht der wissenschaftlichen Urknall-Theorie, nach der das Universum mit all seinen Naturgesetzen innerhalb kürzester Zeit aus einem einzigen Punkt, einer Art Erbse, entstanden ist“, erläuterte Marco Ludwig. Für ihn sei es immer wieder erstaunlich, dass die Menschen bereits 1000 vor Christus die Genesis in fast der selben Reihenfolge niederschrieben, wie sie heute wissenschaftlich bewiesen ist: von der Entstehung des Wassers über das Leben auf dem Land bis hin zur Entwicklung des Menschen.

Der Leiter der Sternwarte hatte seinen Vortrag anschaulich aufgebaut. Jeder Tag der Schöpfungsgeschichte wurde von einem Sprecher gelesen, danach stellte Marco Ludwig die entsprechende wissenschaftliche Erkenntnis vor. Mit imposanten Bildern und Exkursen zum Lebenszyklus der Sonne, zum Unterschied von Planet und Stern oder zur Entstehung eines Mondes würzte er seinen Vortrag.

Großer Applaus und interessierte Fragen waren der Lohn. „Toller Vortrag“, hieß es spontan aus dem Publikum. „Aber wo kommt die anfängliche Erbse her?“ „Was vor dem Urknall war, weiß keiner. Warum das Universum entstanden ist, weiß auch keiner“, meinte Ludwig. Von daher sei die biblische Schöpfung nicht auszuschließen.

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erstellt am 27.Aug.2015 | 12:57 Uhr

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