Wetter : Unwetterwarnung? Das war doch nur ein „büschen Wind“

Diese Unwetterwarnung von Sonnabendabend zeigt es deutlich: Die Grenze von harmlos (grün) bis Warnstufe 1 (gelb) verläuft haarscharf an Neumünster vorbei.
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Diese Unwetterwarnung von Sonnabendabend zeigt es deutlich: Die Grenze von harmlos (grün) bis Warnstufe 1 (gelb) verläuft haarscharf an Neumünster vorbei.

Das schon seit Tagen angekündigte Unwetter hat Neumünster verschont

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27. Juli 2015, 06:00 Uhr

Neumünster | Seit Tagen hatten die Meteorologen eine Unwetterwarnung für Schleswig-Holstein nach der nächsten veröffentlicht – und dann kam es längst nicht so dicke. Die meisten Menschen in Neumünster und Umgebung dürften den Sturm in der Nacht zu Sonntag schlicht verschlafen haben.

Tagsüber zogen am Sonnabend mehrfach Gewitterfronten über Neumünster hinweg, aber ein echtes Unwetter war nicht dabei. Am frühen Nachmittag gab es einige heftige Böen. Da registrierte die Polizei in Neumünster auch die einzigen Notrufe: Um 14.42 Uhr lag bei Ehndorf ein großer Baum auf der Fahrbahn. Um 14.51 Uhr waren Absperrungen auf der A7-Baustelle bei Neumünster-Nord umgeweht. Und um 14.56 Uhr wurde ein Baum auf der Straße in Timmaspe gemeldet.

In der Nacht wurde es dann ordentlich windig: In Böen wurden Geschwindigkeiten von über 40 Stundenkilometern gemessen. Aber auch die angekündigten Wassermassen fielen zumindest nicht in Neumünster vom Himmel: An der Wetterstation in Gadeland wurden am Sonnabend 14,8 Liter registriert und in der Nacht weitere 4 Liter. Die Berufsfeuerwehr meldete gestern: „Keine besonderen Vorkommnisse.“

Auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde ging die Welt nicht unter. Die Polizei registrierte im Kreis 15 wetterbedingte Einsätze. In Rendsburg gab es vier Einsätze wegen Wasser auf der Fahrbahn oder vollgelaufener Unterführungen. Im Rendsburger Umland rückten Polizei und Feuerwehr ebenfalls viermal aus wegen Ästen auf der Fahrbahn oder umgewehter Baustellenabsperrungen. Menschen kamen nirgends zu Schaden.

Trotzdem war das Wetter am Wochenende überall Gesprächsthema. Auch auf der Facebook-Seite des Couriers wunderte man sich angesichts der Lage über die Warnungen der Meteorologen. So schrieb Sonja Küther: „Wie war das? Orkan und Sturmflut angesagt. Auf Norddeutsch gesagt: Heiter bis wolkig.“ Und Stefan Eckner meinte: „Ich hätte mir erst Sorgen gemacht, wenn Helmut Schmidt das Kommando übernommen hat. Oder anders ausgedrückt: Für viele war es ein Sturm, Norddeutsche sagen: ,Büschen Wind!’“.

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