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Schillsdorf : Unterschriften für den Waldkindergarten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Petition an den Landtag: Es werden Unterschriften für den Verbleib des Bauwagens im Wald gesammelt.

Schillsdorf | Petra Rothenburg-Bahr, Leiterin der Waldkindergartengruppe des Bokhorster Kindergartens, ist enttäuscht von der Behandlung der Waldkindergartengruppen im Land. Auch die Arbeit des Bokhorster Waldkindergartens im Privatwald von Harry von Bülow ist gefährdet. Deswegen werden noch bis 5. Oktober Unterschriften für eine Petition an den Landtag gesammelt.

Stein des Anstoßes ist in Bokhorst in der Gemeinde Schillsdorf nach wie vor ein Bauwagen, der als Schutzraum für die Kinder angeschafft und im Wald aufgestellt wurde (der Courier berichtete). Zum Jahresende soll der Wagen aus dem Forst genommen werden. Bis Dezember hat der Kindergarten noch die amtliche Genehmigung, den Wagen dort stehen zu lassen. „Wenn wir keine Baugenehmigung für den Wagen bekommen – und diese darf uns die Landesforstverwaltung nach einer Protokollnotiz ihres Ministeriums nicht geben – muss der Wagen auf eine Wiese neben den Wald gestellt werden“, erklärte Rothenburg-Bahr. Das würde die Arbeit mit den Kindern sehr erschweren, da die Waldgruppe mit 17 Kindern von zwei pädagogischen Mitarbeitern betreut wird. Dadurch wäre es nicht möglich, dass einer davon mit einzelnen Kindern die Gruppe verlässt, um Kinder zu wickeln, umzuziehen oder sich kurz aufzuwärmen. Auch der spontane Zugriff auf Materialien zum Forschen oder Spielen wäre erschwert. Seit drei Jahren steht der Wagen im Wald. Nachdem ein Ortstermin mit Vertretern des Kreises und der Forstbehörde nicht geholfen hat, soll der Wagen jetzt voraussichtlich zum 31. Dezember aus dem Wald genommen werden.

„Der Wagen brauchte bis vor zwei Jahren nur eine Aufstellgenehmigung. Er entspricht allen Sicherheitsvorschriften, hat eine Feuerstättengenehmigung für den kleinen Kanonenofen und Tüv. Bei Sturm, und das ist das Hauptargument der Forstbehörde, gehen unsere Erzieherinnen mit den Kindern von vornherein nicht in den Wald“, sagt Pastorin Ulrike Witte von der Heilig-Geist-Kirchengemeinde als Träger.

Die Regelung betrifft alle Waldgruppen in Schleswig-Holstein. Viele haben ihre Wagen aus dem Wald herausgezogen oder ihre Waldgruppen ganz aufgegeben. „Das kann nicht wirklich das Ziel der internen Anweisung an die Forstbehörde gewesen sein“, sagt Pastorin Witte. Bedauerlich sei, dass aus den zuständigen Ministerien keine wirkliche Unterstützung geleistet werde. „Nicht einmal der Inhalt des sogenannten Erlasses wird uns zur Verfügung gestellt“, bemängelte Witte.

Jetzt setzen Gruppenleiterin Petra Rothenburg-Bahr und die Bokhorster Pastorin ihre Hoffnung auf den gesunden Menschenverstand. Deswegen wird eine Petition an den Landtag eingereicht. „In Bokhorst haben bereits über 200 Menschen unterschrieben“, sagte Petra Rothenburg-Bahr gestern beim Begrüßungsgottesdienst im Bokhorster Kindergarten. Online auf der Petitionsseite des schleswig-holsteinischen Landtags waren es 153 Unterzeichner. Die Online-Petition steht unter: Kindertagesstätten; Erhalt von Waldwagen in Waldkindergärten (Adresse: https://www.landtag.ltsh.de/oepetition/petitionsdetails?execution=e3s1) im Netz.

„Wir hoffen, dass es zugunsten der Waldkindergärten im Land eine vernünftige Regelung zu den geforderten Schutzräumen für die Kinder geben wird“, hieß es in Bokhorst.  

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